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Rollladen hochschieben: Was hält die Scheibe dahinter auf?

Viele verlassen sich abends darauf, dass der heruntergelassene Rollladen das Haus sichert. In unserer Beratung hören wir seit 19 Jahren dieselbe Rückfrage, sobald es um Einbruchschutz geht: Kann jemand einen heruntergelassenen Rollladen von außen hochschieben – und was hält dann die Scheibe dahinter auf? Die Antwort ist unbequemer, als viele hoffen, aber sie führt zu einem klaren Plan: erst den Rollladen gegen Hochschieben sichern, dann das Fenster selbst, dann das Glas.
Wohnzimmer am Abend mit großem Fenster, außen ist der graue Rollladen knapp zur Hälfte heruntergelassen, die Glasscheibe darunter ist intakt

Kurz beantwortet: Der Rollladen ist kein Riegel

Ein gewöhnlicher Rollladen ist vor allem Sonnen- und Sichtschutz. Die Polizeiliche Kriminalprävention schreibt dazu ausdrücklich, dass übliche Rollläden keine einbruchhemmende Wirkung haben. Fehlt eine Sicherung gegen das Hochschieben, lässt sich der Panzer, also der Behang aus Lamellen, anheben – und dahinter steht meist ganz normales Isolierglas, das laut Polizei ebenfalls keine einbruchhemmende Wirkung hat.

Was die Scheibe dann aufhält, hängt an drei Dingen: an einer Hochschiebesicherung oder einem geprüften Rollladen, an einem einbruchhemmenden Fensterbeschlag und am Glas. Für das Glas gibt es eine Nachrüstlösung zum Selbstkleben: die A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR, durchwurfhemmend nach Klasse P2A der Glasnorm DIN EN 356.

Warum sich Standardrollläden hochschieben lassen

Ein Rollladen muss im Alltag leicht laufen – per Gurt, Kurbel oder Motor. Genau diese Leichtgängigkeit fehlt als Widerstand, wenn jemand von außen unten am Panzer ansetzt. Ohne eine Sperre im Rollladenkasten lässt sich der Panzer dann ein Stück nach oben drücken. Die seitlichen Schienen führen ihn nur, sie halten ihn nicht fest.

K-EINBRUCH, das Präventionsprogramm der Polizei, rät deshalb, Standardrollläden zumindest gegen das Hochschieben bzw. Öffnen zu sichern, und nennt automatisch wirkende Sicherungen als die geeignetste Lösung. Sie greifen, ohne dass man daran denken muss. Welche Bauart zu Ihrem Rollladen passt, klärt ein Rollladenfachbetrieb.

Hochschiebesicherung oder geprüfter RC-2-Rollladen

Im Einzelfall nennt die Polizei geprüfte einbruchhemmende Rollläden nach DIN EN 1627, einer Prüfnorm, bei der die ganze Konstruktion unter realistischen Angriffen getestet wird, ab Widerstandsklasse RC 2. Geprüft werden dabei Rollpanzer, Führungsschienen und Hochschiebesicherung gemeinsam, damit es keinen Schwachpunkt gibt. Wichtig ist der fachgerechte Einbau nach Herstelleranleitung; die Polizei rät, sich eine Montagebescheinigung geben zu lassen.

Beides gehört nicht zu unserem Sortiment: Hochschiebesicherungen und RC-Rollläden montiert ein Rollladen- oder Sicherheitsfachbetrieb. Was wir beitragen können, liegt eine Ebene dahinter – am Glas, mit der A1 Einbruchschutzfolie.

Tagsüber ist der Rollladen meist oben

Ein Punkt, den viele übersehen: Ein Rollladen schützt nur, solange er unten ist. Die Polizei weist darauf hin, dass häufig tagsüber eingebrochen wird, wenn die Rollläden gewöhnlich nicht heruntergelassen sind. Auf die Sicherung der Fenster selbst kann man deshalb nicht verzichten.

Dazu kommt eine Verhaltensregel aus derselben Quelle: Rollläden sollten nachts geschlossen werden, aber keinesfalls tagsüber, weil ein tagsüber geschlossener Rollladen sofort zeigt, dass niemand zu Hause ist. Und gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster – daran ändert auch der beste Rollladen nichts.

Beschlag zuerst, dann das Glas

Übliche Fenster werden laut K-EINBRUCH meist mit einfachem Werkzeug aufgehebelt, nicht eingeschlagen. Gegen das Aufhebeln hilft ein geprüfter einbruchhemmender Fensterbeschlag nach DIN 18104, der Prüfnorm für einbruchhemmende Fensterbeschläge, in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff. Bei Holz- und Kunststofffenstern mit Dreh-Kipp-Beschlag kann ein Fachbetrieb den vorhandenen Beschlag häufig um Sicherheitselemente ergänzen.

Das Glas ist der zweite Angriffsweg: Wer nicht hebeln kann, schlägt ein. Hier setzt eine Einbruchschutzfolie an. Sie ersetzt keinen Beschlag, und sie macht aus einer Scheibe kein Verbundsicherheitsglas der Klasse P4A, das die Polizei je nach Gefährdung als Nachrüstung nennt. Den Unterschied zwischen P2A und P4A erklären wir ausführlich im Beitrag Einbruchschutzfolie P2A statt P4A.

Was eine Einbruchschutzfolie am Glas leistet

Die A1 Einbruchschutzfolie wird innen vollflächig auf die Scheibe geklebt. Sie besteht aus drei fest miteinander verbundenen Folienschichten mit zusammen 300 µm (0,3 mm) Materialstärke und ist nach DIN 52290 Teil 4 und DIN EN 356 als angriffshemmende Sicherheitsfolie zertifiziert – mit Widerstand gegen Durchwurf nach Klasse P2A. Wird die Scheibe eingeschlagen, hält die Folie die Bruchstücke zusammen. Ein schnelles Durchgreifen wird dadurch erschwert.

Laut technischen Daten lässt die A1 90 % des sichtbaren Lichts durch und hält 99 % der UV-Strahlung zurück. Sie ist freigegeben für Einfach- und Isolierverglasung, jeweils klar oder getönt. Wie eine Sicherheitsfolie montiert wird, zeigt unser Video zur Splitterschutzfolie. Bei der A1 kommt hinzu, dass sie unter die Glashalteleisten – die Leisten, die die Scheibe im Rahmen halten – geschoben oder mit einem Silikonrand am Rahmen befestigt wird:

Zwei klare Sicherheitsfolien im Vergleich

Beide Folien sind klar und werden innen montiert. Der Unterschied liegt in der Prüfung: Nur die A1 ist als einbruchhemmend zertifiziert.

Zwei klare Sicherheitsfolien im Vergleich
Folie Aufbau Prüfung Lichtdurchlässigkeit Wofür geeignet
A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR 3-lagig, 300 µm DIN 52290-4, DIN EN 356 (P2A) 90 % zertifizierter Einbruchschutz für die Scheibe
Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR 2-lagig, 200 µm DIN 52337, EN 12600 90 % Splitterbindung ohne Einbruchschutz-Zertifikat, keine Widerstandsklasse

Die 8 mil eignet sich dort, wo es um Verletzungsschutz bei Glasbruch geht, etwa in Kita, Schule oder Verwaltung. Wer kein Zertifikat für die Versicherung braucht, etwa im eigenen Haus, kann auch zur günstigeren 8 mil greifen. Wer für die Versicherung ein Zertifikat braucht, kommt an der geprüften A1 nicht vorbei; die 8 mil bindet Splitter, ist aber nicht auf Einbruch geprüft.

Zuschnitt, Rollenbreite und Montage der A1

Die A1 gibt es als Zuschnitt bis 150 cm Breite und 300 cm Höhe oder als Meterware von der 152 cm breiten Rolle. Breitere Scheiben brauchen deshalb zwei Bahnen, die Kante an Kante gesetzt werden. Verlegt wird sie innen unter die Glashalteleisten – die Leisten, die die Scheibe im Rahmen halten – oder mit einem Silikonrand, der Folie und Rahmen verbindet, etwa dem Silikon Neutral Premium. Weil 300 µm deutlich steifer sind als eine dünne Fensterfolie, empfehlen wir den Profi-Holzrakel mit Hartgummilippe. Wer sich das nicht zutraut, fragt unseren Montageservice auf Anfrage an.

In vier Schritten zum gesicherten Fenster

Für ein Fenster mit Rollladen ergibt sich daraus eine feste Reihenfolge:

  1. Verhalten: Fenster schließen statt kippen, Rollladen nachts herunterlassen, tagsüber oben lassen.
  2. Rollladen: eine automatisch wirkende Hochschiebesicherung nachrüsten lassen oder beim Austausch einen geprüften Rollladen ab RC 2 wählen.
  3. Fenster: Beschlag nach DIN 18104 mit abschließbarem Griff gegen Aufhebeln.
  4. Glas: die Einbruchschutzfolie, geprüft auf Durchwurf nach P2A.

Welche Öffnungen am Haus zuerst drankommen, zeigt unser Beitrag Welche Fenster und Türen zuerst gegen Einbruch sichern? Wie die klare Folie auf Ihrer Scheibe wirkt, sehen Sie vorab an einem Folienmuster.

Häufige Fragen zu Rollladen und Scheibe

Lässt sich ein heruntergelassener Rollladen hochschieben?

Bei einem Standardrollladen ohne Hochschiebesicherung oft ja. Die Polizei schreibt, dass übliche Rollläden keine einbruchhemmende Wirkung haben und hauptsächlich dem Sonnen- und Sichtschutz dienen. Sie empfiehlt, sie zumindest gegen das Hochschieben zu sichern, am besten mit einer automatisch wirkenden Sicherung.

Was hält die Scheibe auf, wenn der Rollladen oben ist?

Normales Isolierglas hat keine einbruchhemmende Wirkung. Mehr Widerstand bringt nur eine zusätzliche Sicherung: eine geprüfte Einbruchschutzfolie wie die A1 mit Durchwurfhemmung nach P2A oder, bei erhöhter Gefährdung, Verbundsicherheitsglas ab P4A. Gegen Aufhebeln braucht das Fenster zusätzlich einen geprüften Beschlag.

Ersetzt die Einbruchschutzfolie eine Hochschiebesicherung?

Nein. Die Folie sichert nur das Glas, nicht den Rollladen und nicht den Fensterrahmen. Sinnvoll ist die Kombination: Hochschiebesicherung am Rollladen, geprüfter Beschlag am Fenster und die A1 Einbruchschutzfolie auf der Scheibe.

Bleibt der Raum mit der A1-Folie hell?

Die A1 ist eine klare Folie mit 90 % Lichtdurchlässigkeit; der UV-Schutz liegt bei 99 %, beides aus den technischen Daten. Wie sie auf Ihrer Scheibe aussieht, zeigt ein Muster.

Kann ich die A1 selbst montieren?

Ja, aber sie ist mit 300 µm Materialstärke schwerer zu verarbeiten als eine normale Fensterfolie. Ein Profi-Holzrakel wird empfohlen, und die Folie gehört unter die Leisten, die die Scheibe im Rahmen halten, oder bekommt einen Rand aus transparentem Silikon, der sie mit dem Rahmen verbindet. Für größere Projekte gibt es unseren Montageservice auf Anfrage.

Fazit: Erst den Rollladen sperren, dann das Glas stärken

Ein heruntergelassener Standardrollladen hält einen entschlossenen Täter nicht auf, und tagsüber ist er ohnehin meist oben. Wer die Frage „was hält die Scheibe dahinter auf?“ ernst nimmt, sichert in dieser Reihenfolge: Rollladen gegen Hochschieben, Fenster gegen Aufhebeln, Glas gegen schnelles Durchgreifen. Für den letzten Schritt ist die A1 Einbruchschutzfolie die Nachrüstlösung ohne Fenstertausch.

Interview: Rollladen unten, Haus sicher?

Warum fühlt sich ein unten gelassener Rollladen so sicher an?

Der Rollladen ist das Sichtbarste am Fenster. Wenn er unten ist, sieht das Haus verschlossen aus, und drinnen fühlt es sich auch so an. Nur ist ein normaler Rollladen dafür gebaut, Licht und Blicke abzuhalten. Für Widerstand gegen Werkzeug braucht es eine Hochschiebesicherung oder einen geprüften Rollladen.

Achtung: Ein heruntergelassener Rollladen ohne Hochschiebesicherung ist ein Sichtschutz, kein Einbruchschutz.

Und wenn jemand den Panzer tatsächlich hochdrückt?

Dann steht er vor dem Fenster, als gäbe es keinen Rollladen. Hält der Beschlag, bleibt nur das Glas. Dann zählt nur noch, was das Glas aushält. Mit der A1 bleibt die zerbrochene Scheibe als Fläche zusammen, und das schnelle Durchgreifen wird erschwert.

Lohnt die Folie überhaupt, wenn tagsüber der Rollladen oben ist?

Gerade dann. Die Folie wirkt rund um die Uhr, egal ob der Rollladen oben, unten oder halb geschlossen ist. Der Rollladen schützt dagegen nur in den Stunden, in denen er unten ist.

Was raten Sie Mietern, die nicht einfach umbauen dürfen?

Erst in den Mietvertrag schauen und die Zustimmung des Vermieters einholen, dann nachrüsten – das gilt für Hochschiebesicherung, Beschlag und Folie gleichermaßen. Beim Auszug lässt sich die Folie wieder abziehen, ein Silikonrand muss mit entfernt werden; Klebereste sind dabei je nach Produkt, Alter und Untergrund möglich.

Woran scheitern Selbstmonteure bei der 300-µm-Folie?

An der Steifigkeit und an der Breite. Die A1 gibt beim Rakeln weniger nach als eine dünne Folie, deshalb ist der Holzrakel mit Hartgummilippe so wichtig. Und weil sie von einer 152 cm breiten Rolle kommt, braucht eine Terrassentür, die breiter ist, zwei Bahnen, die sauber Kante an Kante sitzen. Wer das bei großen Scheiben nicht selbst machen will, ist beim Montageservice gut aufgehoben.

Ob Sie die zertifizierte A1 brauchen oder eine Splitterschutzfolie ohne Zertifikat genügt, hängt davon ab, ob Ihre Versicherung einen Nachweis verlangt:

Interview-Fazit: Der Rollladen ersetzt kein sicheres Glas

Ein Rollladen bremst nur, wenn er gegen Hochschieben gesichert ist. Was die Scheibe dahinter wirklich aufhält, entscheidet sich an Beschlag und Glas.

Quellen zu Rollläden und Fenstersicherung

Die beiden Quellen belegen, was die Polizei zu Standardrollläden, Hochschiebesicherungen und zur Sicherung von Fenstern und Verglasung empfiehlt. Alle Produktangaben – Materialstärke, Aufbau, Prüfnormen, Lichtdurchlässigkeit, Rollenbreite und Montagehinweise – stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.

1. K-EINBRUCH: Rollläden

Status: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Publikation: k-einbruch.de, Sicherheitstipps – Rollläden
Belegte Aussagen: „Die Sicherung der Fenster mit üblichen Rollläden reicht nicht aus! Diese haben keine einbruchhemmende Wirkung und dienen hauptsächlich dem Sonnen- und Sichtschutz.“ – „Dennoch sollten sie mit mechanischen Zusatzsicherungen zumindest gegen das Hochschieben bzw. Öffnen gesichert werden. Dazu eignen sich am besten automatisch wirkende Sicherungen.“ – „Häufig wird tagsüber eingebrochen, wenn die Rollläden gewöhnlich nicht heruntergelassen bzw. geschlossen sind.“ Dazu: geprüfte einbruchhemmende Rollläden nach DIN EN 1627 ab Widerstandsklasse RC 2, Prüfung der Gesamtkonstruktion aus Rollpanzer, Führungsschienen und Hochschiebesicherung, Montagebescheinigung.
Link: k-einbruch.de – Rollläden

2. Polizei-Tipps: Fenster, Balkon- und Terrassentür

Status: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Publikation: k-einbruch.de, Sicherheitstipps – Fenster
Belegte Aussagen: „Übliche Isolierverglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung.“ – „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“ Dazu: geprüfte Fensterbeschläge nach DIN 18104 mit abschließbaren Fenstergriffen; Verbundsicherheitsglas nach DIN EN 356 ab P4A je nach Gefährdung; gekippte Fenster sind offene Fenster; Rollläden nachts, nicht tagsüber schließen.
Link: k-einbruch.de – Fenster, Balkon- und Terrassentür