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Einbruchschutzfolie P2A statt P4A: Was heißt das fürs Fenster?

Seit 19 Jahren beraten wir bei Folienmarkt.de zu Sicherheitsfolien, und eine Frage kommt dabei immer wieder: Gibt es die Einbruchschutzfolie auch in P4A? Die ehrliche Antwort lautet: Nein. Unsere stärkste Folie, die A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR, ist nach DIN EN 356 in der Klasse P2A zertifiziert. Eine nachträglich aufgeklebte Folie mit P4A haben wir nicht im Sortiment.Das klingt nach wenig, ist aber eine klare Aussage, wenn man weiß, was die Buchstaben bedeuten. In diesem Beitrag erklären wir, was P2A und P4A unterscheidet, warum ein einbruchhemmendes Fenster nach RC 2 eine P4A-Verglasung verlangt und wann die Folie trotzdem die richtige Wahl ist.
Weißes Kunststofffenster von innen gesehen, die klare Scheibe hat einen sternförmigen Sprung, bleibt aber ganz im Rahmen, auf der Fensterbank steht eine Pflanze

Kurz beantwortet: P2A heißt durchwurfhemmend

P2A ist eine Klasse aus der Norm DIN EN 356. Diese Norm prüft, wie gut Glas Würfen und Schlägen standhält. Das „A“ steht für die Gruppe der durchwurfhemmenden Verglasungen: Gemeint ist ein Stein oder ein anderer schwerer Gegenstand, der gegen die Scheibe geworfen wird. Die Zahl davor sagt, wie hoch die Anforderung innerhalb dieser Gruppe ist. P2A ist also eine geprüfte Klasse gegen Durchwurf, aber keine Zusage, dass niemand durch das Fenster kommt.

Die A1 Einbruchschutzfolie ist dreilagig aufgebaut und 300 μm stark, das sind etwa 0,3 mm. Laut Artikel ist sie nach DIN 52290 Teil 4, der älteren deutschen Norm für angriffshemmendes Glas, und nach DIN EN 356 als angriffshemmende Sicherheitsfolie zertifiziert und hat einen besonders hohen Widerstand gegen Durchwurf gemäß P2A. Sie macht eine vorhandene Scheibe deutlich widerstandsfähiger, ohne dass Sie das Fenster tauschen müssen.

Was die Klassen nach EN 356 bedeuten

Für die Klassen der Gruppe A lässt das Prüfinstitut eine 4,1 kg schwere Stahlkugel dreimal auf eine Glasscheibe von 1.100 × 900 mm fallen. Die Kugel darf das Glas nicht durchschlagen, und die Scheibe darf nicht aus ihrer Halterung rutschen. Je größer die Fallhöhe, die das Glas aushält, desto höher die Klasse. P4A liegt damit klar über P2A.

Daneben gibt es eine zweite Gruppe mit dem Buchstaben B, zum Beispiel P6B. Sie steht für durchbruchhemmende Verglasung, die gezielten Schlägen standhalten soll. Solches Glas ist für Gebäude mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen gedacht.

Wichtig für die Praxis: Geprüft wird an einer kleinen Normscheibe. Wie sich eine ganze Glaskonstruktion bei einem echten Einbruch verhält, lässt sich daraus nur bedingt ablesen, weil die Scheibe im Fenster anders gelagert ist als im Prüfstand. Eine Klasse beschreibt das Glas, nicht Ihr Fenster.

Warum unsere A1 kein P4A-Glas ersetzt

Eine Einbruchschutzfolie verstärkt die Scheibe, auf die sie geklebt wird. Sie hält das Glas beim Bruch zusammen und erschwert es, ein Loch hineinzuschlagen. Aus einer einfachen Scheibe wird dadurch aber kein Verbundsicherheitsglas, also keine Scheibe aus mehreren Glasschichten mit fest verbundener, zäher Zwischenschicht, wie sie für P4A üblicherweise eingebaut wird. Die Prüfklasse der A1 ist P2A, und mehr dürfen und wollen wir für sie nicht versprechen.

Wenn Sie in einer Ausschreibung oder in einer Empfehlung ausdrücklich P4A lesen, ist damit keine Folie aus unserem Sortiment gemeint, sondern eine entsprechend geprüfte Verglasung. Die bekommen Sie beim Fensterbauer oder in der Glaserei. Wollen Sie Ihr bestehendes Glas nachrüsten, ist die A1 Einbruchschutzfolie die stärkste Lösung, die wir anbieten.

Einfamilienhaus bei Tageslicht mit großen, klaren Fenstern in anthrazitfarbenen Rahmen im Erdgeschoss und gepflegtem Garten

Wann P2A reicht und wann ein Fenster mehr braucht

Einbruchhemmende Fenster und Türen werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen eingeteilt, kurz RC für „Resistance Class“. Geprüft wird dabei das ganze Bauteil, also Rahmen, Beschlag und Glas zusammen. Für die Klasse RC 2, bei der ein Gelegenheitstäter mit Schraubendreher, Zange und Keil ansetzt, muss die Verglasung mindestens P4A erreichen. RC 3 verlangt P5A, RC 4 sogar P6B.

Daraus folgt zweierlei. Erstens: Mit einer Folie wird aus Ihrem Fenster kein RC-2-Fenster, auch nicht mit der A1. Zweitens: Ein Fenster lässt sich auch aufhebeln, ohne dass das Glas bricht, und dagegen hilft keine Folie. Wie Sie Flügel und Beschlag zuerst sichern, zeigen wir am Beispiel der Einbruchschutzfolie für die Terrassentür.

  • ✅ P2A mit Folie passt, wenn Sie vorhandenes Einfach- oder Isolierglas nachrüsten, das Fenster behalten wollen und das Glas gegen Steinwurf und schnelles Einschlagen stärken möchten.
  • ⚠️ Mehr als Folie brauchen Sie, wenn eine Versicherung, ein Gutachten oder eine Ausschreibung ausdrücklich RC 2, P4A oder höher verlangt. Dann geht es um geprüfte Fenster und Verglasungen vom Fensterbauer.
  • 🔧 Beides zusammen ist sinnvoll, wenn Sie neue Beschläge nachrüsten und das Glas nicht tauschen wollen. Dann sichert der Beschlag gegen Aufhebeln und die Folie das Glas.

Welche Folie für welchen Fall die richtige ist, haben wir ausführlich im Beitrag Einbruchschutzfolie fürs Fenster: Welche Folie schützt wirklich? zusammengestellt.

Folie, Splitterschutz oder neues Glas im Vergleich

Die Tabelle stellt unsere beiden klaren Sicherheitsfolien einer geprüften P4A-Verglasung gegenüber. Beide Folien lassen laut technischen Daten 90 % des sichtbaren Lichts durch und halten 99 % der UV-Strahlung ab, der Raum wird dadurch kaum dunkler.

Folie, Splitterschutz oder neues Glas im Vergleich
Lösung Prüfung laut Artikel bzw. Norm Aufbau passt, wenn …
Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR DIN 52337 und EN 12600 (Prüfnormen für das Bruchverhalten), keine Einbruchschutzklasse 2-lagig, 200 μm Splitter beim Glasbruch zusammengehalten werden sollen, etwa in Kita, Schule oder Verwaltung
A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR DIN 52290 Teil 4 und DIN EN 356, Klasse P2A 3-lagig, 300 μm vorhandenes Glas gegen Durchwurf nachgerüstet werden soll, ohne das Fenster zu tauschen
Verglasung P4A vom Fensterbauer DIN EN 356, Klasse P4A Verbundsicherheitsglas, Aufbau je nach Hersteller ein Fenster nach RC 2 gefordert ist oder ohnehin neue Fenster geplant sind

Abrechnung und Zuschnitt der Sicherheitsfolien

Die A1 kostet ab 58,90 €, die Splitterschutzfolie 8 mil ab 42,80 €. Beide werden individuell von der Rolle zugeschnitten und auf volle Meter abgerechnet. Eine ganze Rolle der A1 geht als Sperrgut. Zuschnitte sind rechteckig. Für die vollflächige Montage, bei der A1 mit Randanbindung aus Silikon, geben Sie das lichte Glasmaß ein, also die sichtbare Glasfläche, und ziehen in Höhe und Breite je 4 mm ab. Soll die Folie unter die Glashalteleisten reichen, klären Sie das Zuschnittmaß bitte vor der Bestellung mit uns. Wer die Wirkung vorher sehen möchte, bestellt ein kostenloses Folienmuster, beide Folien sind als Muster erhältlich.

Weißes Dreh-Kipp-Fenster mit klarer Verglasung in einem hellen Arbeitszimmer, davor ein Holztisch mit Laptop und Sprühflasche, draußen ein grüner Garten

Montage: Die Randanbindung entscheidet mit

Bei der Prüfung darf die Scheibe nicht aus der Halterung rutschen. Am Fenster zu Hause ist das genauso wichtig: Eine Folie, die das Glas zusammenhält, nützt wenig, wenn sich die ganze Scheibe aus dem Rahmen drücken lässt. Deshalb wird die A1 laut Artikel innen unter die Glashalteleisten verlegt, also unter die Leisten, die die Scheibe im Rahmen festklemmen, oder mit einer stabilen Randanbindung aus transparentem Silikon mit dem Rahmen verbunden. Transparentes Silikon führen wir als Silikon Neutral Premium. Laut Artikel zum Silikon muss die Folie vorher vollständig getrocknet sein und haften, das heißt mindestens 24 Stunden Trocknungszeit.

Die A1 ist für Einfach- und Isolierverglasung freigegeben, jeweils klar oder getönt, und wird ausschließlich innen geklebt. Mit 300 μm ist sie deutlich steifer als eine normale Fensterfolie und schwerer zu montieren. Wir empfehlen den Profi-Holzrakel mit Hartgummilippe, und jeder Bestellung liegt eine ausführliche Montageanleitung bei. Bei Einscheibensicherheitsglas (ESG), also vorgespanntem Glas, das beim Bruch in kleine Krümel zerfällt, oder bei Sonderverglasungen klären Sie die Eignung bitte vor dem Kauf mit uns. Wer die A1 nicht selbst kleben möchte: Für größere Projekte übernimmt unser Montageservice die Montage auf Anfrage, das Formular finden Sie im Shop.

Das Video zeigt, wie eine Splitterschutzfolie auf das Glas kommt. Bei der A1 gilt zusätzlich die Randanbindung aus dem Absatz oben.

Häufige Fragen zu P2A und P4A bei Folien

Welche Klasse erreicht unsere stärkste Einbruchschutzfolie?

Die höchste Klasse in unserem Sortiment hat die A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR: P2A nach DIN EN 356, dazu eine Zertifizierung nach DIN 52290 Teil 4. P2A gehört zur Gruppe der durchwurfhemmenden Verglasungen, die mit einer fallenden Stahlkugel geprüft werden.

Gibt es eine Fensterfolie mit P4A?

Bei uns nicht. Die stärkste Folie in unserem Sortiment ist die A1 Einbruchschutzfolie mit P2A. Wird ausdrücklich P4A verlangt, ist eine entsprechend geprüfte Verglasung vom Fensterbauer gemeint.

Wird mein Fenster mit P2A-Folie zum RC-2-Fenster?

Nein. Für RC 2 nach DIN EN 1627 wird das ganze Fenster geprüft, und die Verglasung muss mindestens P4A erreichen. Die Folie stärkt das Glas, ersetzt aber weder geprüfte Beschläge noch ein zertifiziertes Fenster. Was Sie am Beschlag zusätzlich nachrüsten können, zeigen wir bei der Einbruchschutzfolie für die Terrassentür.

Ist eine Splitterschutzfolie einbruchhemmend?

Nein. Die Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR ist nach DIN 52337 und EN 12600 geprüft, zwei Prüfnormen für das Bruchverhalten von Glas, und hält Splitter beim Glasbruch zusammen, eine Einbruchschutzklasse nach EN 356 hat sie nicht. Für Einbruchschutz ist die A1 Einbruchschutzfolie die richtige Folie.

Worauf kommt es bei der Montage der A1 an?

Entscheidend ist der Anschluss an den Rahmen: Die Folie kommt auf die Raumseite und reicht entweder unter die Glashalteleisten, also die Leisten, die die Scheibe im Rahmen halten, oder ihr Rand wird mit transparentem Silikon am Rahmen befestigt. So hält nicht nur die Folie das Glas zusammen, sondern auch die Scheibe im Rahmen.

Interview: Was eine Prüfklasse am Fenster wirklich sagt

Warum fragen so viele Kunden gezielt nach P4A?

Weil P4A in vielen Empfehlungen zu einbruchhemmenden Fenstern auftaucht. Wer das liest, sucht verständlicherweise nach einer Folie mit derselben Klasse. Dann erklären wir, dass P4A dort zur Verglasung eines geprüften Fensters gehört und dass unsere A1 mit P2A geprüft ist. Lieber sagen wir das vor dem Kauf als danach.

Lohnt sich die Folie dann überhaupt noch?

Ja, wenn man weiß, wofür man sie kauft. Die meisten Kunden wollen ihre Fenster behalten und das vorhandene Glas stärker machen. Genau dafür ist die A1 da: Sie hält die Scheibe beim Einschlagen zusammen, ist klar und fällt am Fenster kaum auf. Ein neues Fenster ersetzt sie nicht, und das sagen wir auch so.

Woran merkt man beim Kleben, dass die A1 anders ist?

An der Stärke. 300 μm sind spürbar steifer, die Folie lässt sich nicht so leicht in Ecken drücken. Mit einem harten Holzrakel und Schritt für Schritt nach der beiliegenden Anleitung klappt es trotzdem gut. Und wer die Randanbindung weglässt, verschenkt einen Teil der Wirkung.

Was, wenn ohnehin neue Fenster anstehen?

Dann würden wir keine Folie auf ein neues Fenster empfehlen, sondern gleich ein geprüftes einbruchhemmendes Fenster mit passender Verglasung. Welche Klassen dafür gelten, steht oben im Abschnitt Wann P2A reicht und wann ein Fenster mehr braucht. Die Folie ist die Lösung für das Fenster, das bleiben soll.

Wollen Sie Ihr vorhandenes Glas nachrüsten, finden Sie hier die zertifizierte Folie und das ganze Sortiment für mehr Sicherheit am Glas.

Interview-Fazit: P2A stärkt das Glas, nicht das ganze Fenster

Unsere A1 macht vorhandenes Glas deutlich widerstandsfähiger und ist nach EN 356 in P2A geprüft. Wer RC 2 oder P4A nachweisen muss, braucht ein geprüftes Fenster mit geprüfter Verglasung. Soll das Fenster bleiben, rüsten Sie mit der A1 und einer sauberen Randanbindung nach.

Quellen zu Prüfklassen von Glas und Fenstern

Die beiden Quellen belegen, wie durchwurfhemmendes Glas nach DIN EN 356 geprüft wird und welche Verglasungsklasse einbruchhemmende Fenster nach DIN EN 1627 verlangen. Alle Produktangaben stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.

1. Durchwurfhemmung – Klasse A (BauNetz Wissen)

Status: Fachlexikon von BauNetz, Online-Artikel

Publikation: Durchwurfhemmung – Klasse A (Fachwissen Sicherheit/Tragfähigkeit)

Belegte Aussage: Die Durchwurfhemmung wird nach DIN EN 356 „mit einer 4,1 kg Stahlkugel geprüft“, die dreimal auf eine Scheibe von 1.100 × 900 mm fällt; die Prüfung an der kleinen Normscheibe ist laut Artikel nur bedingt geeignet, Aussagen über die Widerstandsfähigkeit einer Glaskonstruktion gegen Einbruch zu machen. Die Seite nennt die Klassen noch in der älteren Bezeichnung A1 bis A3; die alte Klasse A1 hat nichts mit dem Namen unserer A1-Folie zu tun.

Link: BauNetz Wissen – Durchwurfhemmung, Klasse A

2. Einbruchhemmende Fenster und Türen (BauNetz Wissen)

Status: Fachlexikon von BauNetz, Online-Artikel

Publikation: Einbruchhemmende Fenster und Türen (Fachwissen Sicherheit/Tragfähigkeit)

Belegte Aussage: Für die Klasse RC 2 nach DIN EN 1627 ist die Verglasung laut Artikel in der Widerstandsklasse P4A nach DIN EN 356 auszuführen; für RC 3 nennt der Artikel P5A, für RC 4 P6B.

Link: BauNetz Wissen – Einbruchhemmende Fenster und Türen