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Einbruchschutzfolie für Terrassentür nachrüsten: erst Beschlag, dann Glas

Wer eine Einbruchschutzfolie für die Terrassentür nachrüsten will, stellt meist die Produktfrage zuerst: Welche Folie ist die stärkste? Nach 19 Jahren in der Beratung halte ich das für die zweite Frage. Die erste lautet: Ist bei Ihrer Tür überhaupt das Glas die Schwachstelle? Denn eine Nachrüstung, die an der falschen Stelle ansetzt, kostet Geld und bringt kaum Sicherheit. Dieser Beitrag beantwortet deshalb zuerst, in welcher Reihenfolge nachgerüstet wird, und danach, worauf es bei der Folie technisch ankommt.

Die häufigste Angriffsart ist nicht der Glasbruch

Das Bild vom eingeschlagenen Fenster hält sich hartnäckig, trifft aber selten zu. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes formuliert es unmissverständlich: „Übliche Fensterkonstruktionen bieten in der Regel keinen Schutz – meist werden sie vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt.“ Angesetzt wird also am Flügel, nicht an der Scheibe. Ein Schraubendreher zwischen Rahmen und Flügel genügt bei einem Standardbeschlag oft schon.

Daraus folgt ein Satz, den dieselbe Stelle ebenso deutlich schreibt und den Sie in kaum einem Folienratgeber lesen: „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“ Das gilt für Verbundsicherheitsglas und sinngemäß auch für Sicherheitsfolien – beide sichern die Fläche, nicht die Verriegelung.

Terrassentür mit klarer Sicherheitsfolie auf der Raumseite, freier Blick in den Garten

Erst der Beschlag, dann das Glas

Für die Nachrüstung im Bestand hat sich in der Praxis eine feste Reihenfolge bewährt. Sie kostet nichts extra, entscheidet aber darüber, ob das Geld an der richtigen Stelle landet.

  1. Verriegelung prüfen. Hat die Terrassentür nur die üblichen Rollzapfen oder bereits Pilzkopfverriegelungen? Lässt sich der Flügel bei geschlossenem Griff spürbar bewegen, ist der Beschlag die Schwachstelle.
  2. Beschlag nachrüsten lassen. Die Polizei empfiehlt geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge nach DIN 18104 in Verbindung mit abschließbaren Griffen. Ausdrücklich gilt: „Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, weil sie keinen Aufhebeschutz bieten.“ Das ist Fachbetriebsarbeit, keine Heimwerkeraufgabe.
  3. Dann das Glas verstärken. Erst wenn der Flügel hält, lohnt sich die Folie. Sie schließt die zweite Lücke: die freie Glasfläche, über die ein Täter nach dem gescheiterten Hebelversuch greifen kann.

Wer diese Reihenfolge umdreht, bekommt eine Tür, die dem Glasbruch standhält und sich weiterhin in Sekunden aufhebeln lässt. Umgekehrt ist ein guter Beschlag ohne Glasverstärkung bei bodentiefen Elementen ebenfalls unvollständig. Beides zusammen ergibt den Schutz, einzeln bleibt es Stückwerk.

Was die Folie am vorhandenen Glas wirklich leistet

Eine Sicherheitsfolie verändert nicht die Härte der Scheibe, sondern ihr Verhalten nach dem Bruch. Das Glas reißt, bleibt aber als Verbund zusammen und damit im Rahmen. Es entsteht kein Loch, durch das jemand hindurchgreifen oder einsteigen kann, sondern eine gerissene, aber geschlossene Fläche.

  • Zeit. Der Täter kommt nicht mit einem Schlag durch. Das kostet Zeit und macht Lärm.
  • Splitterbindung. Die Scherben bleiben an der Folie haften – das schützt auch im Alltag, etwa wenn ein Kind gegen die Scheibe stürzt.
  • UV-Schutz. Die drei weiter unten genannten Folien halten laut technischen Daten 99 % der UV-Strahlung zurück. Möbel und Böden hinter der Terrassentür bleichen deutlich langsamer aus.

Was sie nicht leistet: Aus einer Terrassentür wird durch eine Folie kein RC2-Element nach DIN EN 1627. Diese Norm bewertet immer das komplette Bauelement aus Rahmen, Beschlag und Verglasung. Ein einzelnes verstärktes Bauteil ergibt keine Widerstandsklasse, auch wenn die Folie selbst nach DIN EN 356 geprüft ist. Wer eine zertifizierte Widerstandsklasse braucht, kommt am geprüften Element nicht vorbei – wer den Schutz im Bestand deutlich anheben will, ohne die Tür zu tauschen, ist mit Einbruchschutzfolien plus Beschlag richtig bedient.

Die Randanbindung entscheidet, nicht die Folienstärke

Hier liegt der Punkt, an dem die meisten Nachrüstungen an Terrassentüren scheitern – und den kaum eine Anleitung erwähnt. Eine Folie, die nur auf der sichtbaren Glasfläche endet, hält die Splitter zusammen. Sie hält die Scheibe aber nicht im Rahmen, wenn der ganze Glaseinsatz nach innen gedrückt wird. Dafür muss die Folie mit dem Rahmen verbunden sein.

Für die A1 Einbruchschutzfolien Klar 12 mil SR steht das so in den Montagehinweisen im Shop: Die Verlegung erfolgt innen unter die Glashalteleisten oder mit stabiler Randanbindung aus transparentem Silikon. Praktisch heißt das: Glashalteleisten lösen, Folie mit Überstand einlegen, Leisten wieder setzen – oder die Folie bis an den Rahmen führen und die Kante umlaufend mit Silikon anbinden.

Warum das so wichtig ist, zeigt auch die Prüfnorm selbst. Die Durchwurfprüfung nach DIN EN 356 läuft an einer vierseitig gelagerten Normscheibe von 1.100 × 900 mm; das Fachportal BauNetz Wissen merkt dazu an, die Prüfung sei „nur bedingt geeignet, Aussagen über die Widerstandsfähigkeit einer Glaskonstruktion gegen Einbruch o. ä. zu machen, da die Lagerungsbedingungen und Einstandstiefe der Scheibe nicht dem üblichen Ausführungsfall entsprechen“. Die Klassifizierung beschreibt die Folie am Glas – wie gut Ihre Tür am Ende hält, entscheidet die Einbindung in den Rahmen.

Für die Bestellung hat das eine Folge, die gern übersehen wird. Der Zuschnitt im Konfigurator wird nach dem lichten Glasmaß bemessen, in Höhe und Breite jeweils 4 mm abgezogen – so steht es dort unter „Wie ausmessen?“. Dieses Maß passt sauber in die Dichtung, reicht aber definitionsgemäß nicht unter die Glashalteleiste. Wer die Folie dort einbinden will, braucht das größere Stück und wählt deshalb die Variante Meterware von der 152 cm breiten Rolle. Der Zuschnitt selbst geht bis 150 cm Breite und 300 cm Höhe.

Tipp: Entscheiden Sie vor der Bestellung, welchen Weg Sie gehen. Zuschnitt in die Dichtung heißt sauberer Splitterschutz. Einbindung unter die Glashalteleiste heißt Meterware, gelöste Leisten und in der Regel ein Fachbetrieb. Beim Schneiden gilt in beiden Fällen ein Abstand von 1 bis 1,5 mm zum Rahmen – direkt an der Kante geschnitten lösen sich die Ränder am ehesten.
Terrassentür am Abend, Wohnzimmer mit Lampenlicht, geschlossene Tür zum Garten

Mietwohnung: wenn die Glashalteleiste tabu ist

Das Lösen der Glashalteleisten und eine umlaufende Silikonfuge sind Eingriffe in die Bausubstanz. Prüfen Sie Mietvertrag und Zustimmung des Vermieters, bevor Sie bestellen. Ist der Eingriff nicht möglich, lautet die ehrliche Antwort: Nein, eine echte Einbruchhemmung lässt sich so nicht nachrüsten. Ohne Randanbindung bleibt die Folie das, was sie technisch ist – ein sehr guter Splitterschutz, und dafür ist die Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR die richtige Wahl.

Das ist kein Trostpreis, sondern ein anderer Zweck. Eine Splitterschutzfolie Klar 4 mil oder die stärkere Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR hält die Scheibe im Bruchfall zusammen, senkt das Verletzungsrisiko nach DIN 52337 und EN 12600 und lässt sich rein auf der Glasfläche verlegen. Für die Einbruchsicherung bleibt in der Mietwohnung der Weg über aufschraubbare Zusatzsicherungen; die Polizei hält fest, dass eine solche Nachrüstung „immer möglich“ ist – auch dort mit fachgerechter Montage und mindestens an Griff- und Bandseite.

Drei Folien für die Nachrüstung im Vergleich

Alle drei sind klar. Die Innenvarianten lassen laut technischer Tabelle 90 % des sichtbaren Lichts durch, die Außenvariante der 4 mil 85 % – an der Helligkeit im Raum ändert sich also praktisch nichts. Unterschiedlich sind Aufbau, Stärke und die Norm, nach der sie geprüft sind. Sortiert von der dünnsten zur stärksten Folie.

Sicherheitsfolien für die Nachrüstung an Terrassentüren, sortiert nach Materialstärke
Folie Aufbau und Prüfung Grenzen Empfohlen für
Splitterschutzfolien Klar 4 mil
ab 19,90 €
100 µm als Innenfolie (2-lagig) oder 110 µm als Außenfolie. Erfüllt die Anforderungen nach DIN 52337 und EN 12600 – den beiden Prüfungen für Splitterbindung und Verletzungsschutz. Lichtdurchlass 90 % innen, 85 % außen, UV-Schutz 99 %. Keine Durchwurfhemmung, keine Prüfung nach DIN EN 356. Kein Einbruchschutz im normativen Sinn. Glatte Glasflächen, bei denen es allein um Splitterbindung und Verletzungsschutz geht. Der günstige Einstieg; in der Mietwohnung ist die 8 mil SR die robustere Wahl.
Splitterschutzfolien & Sicherheitsfolien Klar 8 mil SR
ab 42,80 €
200 µm, 2-lagig, DIN 52337 und EN 12600. Lichtdurchlass 90 %, UV-Schutz 99 %. Zusätzlich antikratz- und antigraffititauglich. Ebenfalls ohne Zertifikat zur Durchwurfhemmung. Nur zur Innenmontage. Stark beanspruchte Glasflächen, Praxen, Schulen und Kitas mit erhöhtem Splitterschutzbedarf.
A1 Einbruchschutzfolien Klar 12 mil SR
ab 58,90 €
300 µm, 3-lagig, zertifiziert nach DIN 52290-4 und DIN EN 356, Durchwurfhemmung P2A – die Scheibe hält im Test drei Kugelabwürfe aus definierter Höhe stand. Lichtdurchlass 90 %, UV-Schutz 99 %. Verlegung nur innen und nur mit Randanbindung: unter die Glashalteleisten oder mit Silikonfuge. Schwerer zu montieren, zu zweit arbeiten. Terrassentüren im Eigentum mit freigegebener Verglasung, bei denen die Glashalteleiste gelöst werden darf – Glasaufbau vorher klären.

Alle drei werden von der Rolle auf volle Meter zugeschnitten. Die Garantie beträgt bei Innenmontage bis zu 10 Jahre gegen Vergilben, Abblättern und das Anlaufen der Metallschicht (Entmetallisieren); bei der 4 mil in der Außenvariante 5 Jahre auf senkrechte und 3 Jahre auf geneigte Flächen. Wie klar die Durchsicht danach wirkt, sehen Sie am besten selbst – zu jeder dieser Folien können Sie ein kostenloses Muster anfordern und es an Ihre eigene Terrassentür halten.

Achtung: Prüfen Sie vor der Bestellung, aus welchem Glas Ihre Terrassentür besteht. Bodentiefe Elemente bestehen häufig aus Sicherheitsglas – Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG). Für die A1 und die 8 mil SR nennen die technischen Daten nur klare oder getönte Einfach- und Isolierverglasung, eine ESG- oder VSG-Freigabe steht dort nicht; die 4 mil ist für glatte Glasflächen freigegeben. Beim großflächigen Bekleben von ESG gibt es zudem Besonderheiten. Klären Sie den Glasaufbau deshalb vorab mit uns – über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@folienmarkt.de, mit Glasmaßen und Glastyp.
Wohnzimmer mit bodentiefer Terrassentür bei Tageslicht, klare Durchsicht in den Garten

Das Video zeigt die Nassverklebung, wie sie für alle drei Folien gilt. Was es nicht zeigt, ist das Lösen und Wiedersetzen der Glashalteleisten – dieser Schritt gehört zur Einbruchschutz-Variante dazu und ist der Grund, warum wir ihn nicht als Heimwerkerarbeit beschreiben.

Vier Punkte, an denen Nachrüstungen scheitern

Aus den Rückfragen, die uns nach einer Selbstmontage erreichen, wiederholen sich vier Ursachen. Keine davon liegt an der Folie.

  • Falsche Variante bestellt. Wer den Zuschnitt nimmt, bekommt das Maß für die Dichtung – unter die Glashalteleiste reicht es nicht. Für die Randanbindung ist Meterware die richtige Wahl.
  • Untergrund nicht entfettet. Silikonreste am Glasrand sind der häufigste Grund für Ablösungen an genau der Kante, auf die es ankommt.
  • Zu wenig Montageflüssigkeit. Bei 300 µm lässt sich die Folie ohne ausreichend Flüssigkeit nicht mehr korrigieren. Der Profi-Holzrakel mit Hartgummilippe gehört bei dieser Stärke dazu, ebenso ein Montageset.
  • Nur ein Element gesichert. Die Terrassentür nützt wenig, wenn das Erdgeschossfenster daneben unverändert bleibt.

FAQ zur Nachrüstung an der Terrassentür

Reicht eine Einbruchschutzfolie allein aus?

Nein. Die Polizeiliche Kriminalprävention weist darauf hin, dass Fenster und Fenstertüren meist aufgehebelt werden und die Nachrüstung am Glas allein deshalb nicht genügt. Sinnvoll ist die Kombination aus einbruchhemmendem Beschlag nach DIN 18104 mit abschließbarem Griff und einer verstärkten Verglasung.

Wird meine Terrassentür durch die Folie zu einem RC2-Element?

Nein. Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 gelten immer für das komplette Bauelement aus Rahmen, Beschlag und Verglasung. Eine Folie erhöht die Einbruchhemmung der Glasfläche erheblich, ersetzt aber kein geprüftes Element.

Warum muss die Folie unter die Glashalteleiste?

Ohne Randanbindung hält die Folie die Scherben zusammen, aber nicht die Scheibe im Rahmen. Für die A1 Einbruchschutzfolie ist deshalb die Verlegung unter die Glashalteleisten oder mit stabiler Randanbindung aus transparentem Silikon vorgesehen.

Was geht in einer Mietwohnung ohne Zustimmung des Vermieters?

Eine Verlegung auf der reinen Glasfläche ist möglich und wirkt als Splitterschutz nach DIN 52337 und EN 12600. Eine normgerechte Einbruchhemmung entsteht dabei nicht. Für die Sicherung selbst bleiben aufschraubbare Zusatzsicherungen, die laut Polizei immer nachrüstbar sind.

Auf welchen Verglasungen funktioniert die Nachrüstung?

Freigegeben sind laut technischen Daten klare und getönte Einfach- sowie Isolierverglasungen. Bodentiefe Terrassentüren bestehen häufig aus Sicherheitsglas (ESG oder VSG) – dafür steht beim Artikel keine Freigabe. Ebenso brauchen Drahtglas und stark strukturiertes Glas eine Einzelfallprüfung. Klären Sie den Glasaufbau vor der Bestellung mit unserem Kundenservice.

Kann ich die Folie selbst montieren?

Auf normalen Terrassentürmaßen ja, mit Anleitung und Montageset. Bei 300 µm Materialstärke sollten Sie zu zweit arbeiten. Muss die Glashalteleiste gelöst werden, ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.

Verändert die Folie die Helligkeit im Raum?

Kaum. Alle drei Folien liegen zur Innenmontage laut technischer Tabelle bei 90 % Lichtdurchlass. Nur die 4 mil gibt es auch als Außenfolie, dort sind es 85 %. Der sichtbare Unterschied liegt eher am Rand der Scheibe als in der Fläche.

Wie lange gilt die Garantie?

Bei Innenmontage bis zu 10 Jahre gegen Vergilben, Abblättern und das Anlaufen der Metallschicht. Für die Außenvariante der 4-mil-Folie gelten 5 Jahre auf senkrechten und 3 Jahre auf geneigten Flächen. Verbindlich steht die Angabe jeweils beim Artikel.

Was kostet die Nachrüstung einer Terrassentür?

Die Folien starten bei 19,90 € für die 4 mil und 58,90 € für die A1 Einbruchschutzfolie; abgerechnet wird auf volle Meter ab Rolle. Der Beschlag ist der größere Posten und gehört in die Kalkulation, wenn er noch nicht einbruchhemmend ist.

Fazit: die Reihenfolge macht den Unterschied

Die Einbruchschutzfolie an der Terrassentür ist die richtige Maßnahme – aber nicht die erste. Prüfen Sie zuerst den Beschlag, denn dort setzt der Täter an. Verstärken Sie danach das Glas, und achten Sie dabei auf die Randanbindung unter der Glashalteleiste. Wo dieser Eingriff nicht möglich ist, bleibt eine Splitterschutzfolie die ehrliche Lösung: guter Verletzungsschutz, aber keine Einbruchhemmung. Diese Unterscheidung sauber zu treffen, ist am Ende mehr wert als jede Folienstärke.

Interview: Nachrüsten an der Terrassentür

Was fragen Kunden Sie am häufigsten, bevor sie bestellen?

Fast immer, welche Folie die stärkste ist. Ich drehe die Frage dann um und will wissen, wie die Tür verriegelt ist. Wenn jemand einen einfachen Rollzapfenbeschlag hat, verkaufe ich ihm ungern eine 300-µm-Folie und lasse ihn im Glauben, damit sei die Sache erledigt. Die Folie ist ein Baustein, kein Komplettpaket – das sage ich lieber vor der Bestellung als hinterher.

Merkt man beim Hebelversuch überhaupt einen Unterschied?

Am Flügel nicht, an der Scheibe schon. Wenn der Hebelversuch scheitert, ist der nächste Griff oft die Glasfläche neben dem Griff – da will der Täter durch, um von innen zu öffnen. Genau dort wirkt die Folie: Es entsteht kein Loch, durch das eine Hand passt. Die Scheibe reißt, bleibt aber geschlossen. Das kostet Zeit, und Zeit ist bei einem Einbruch die härteste Währung.

Woran scheitert eine Selbstmontage am häufigsten?

Häufiger, als mir lieb ist – und meistens schon bei der Bestellvariante. Der Zuschnitt ist auf das lichte Glasmaß ausgelegt und passt damit in die Dichtung. Das ist genau richtig, solange es um Splitterschutz geht. Für die Einbindung unter die Glashalteleiste braucht man aber ein größeres Stück, also Meterware. Wer das erst beim Verlegen merkt, hat die Rolle schon zugeschnitten. Deshalb frage ich in der Beratung immer zuerst, ob die Leisten gelöst werden dürfen.

Wann raten Sie einem Kunden von der A1-Folie ab?

Wenn er zur Miete wohnt und die Glashalteleiste nicht anfassen darf. Dann ist die A1 mit ihren 300 µm schlicht die falsche Investition, weil sie ihre eigentliche Stärke nicht ausspielen kann. In dem Fall ist die Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR die vernünftigere Wahl: gleicher Lichtdurchlass, guter Splitterschutz, deutlich einfacher zu verlegen und ehrlich in dem, was sie verspricht.

Achtung: Auch bei vorhandenem Verbundsicherheitsglas oder bei Drahtglas gehört die Nachrüstung vorher geprüft. Schreiben Sie uns dann vor dem Zuschnitt, welche Maße und welchen Glastyp Ihre Tür hat – über das Kontaktformular oder per E-Mail.

Kommen Kunden auch aus anderen Gründen als Einbruchschutz?

Ja, und der zweite Grund ist fast so häufig wie der erste: der UV-Schutz. Eine bodentiefe Terrassentür nach Süden bleicht Parkett und Sofa in wenigen Jahren aus. Die drei klaren Folien aus dem Vergleich halten 99 % der UV-Strahlung zurück, und an der Helligkeit im Raum ändert sich kaum etwas. Viele entscheiden sich am Ende wegen der Kombination – Sicherheit plus Werterhalt der Einrichtung.

Macht eine Folie aus einem Fenster wirklich RC2?

Diese Vorstellung ist schlicht falsch, und sie schadet der Branche. RC-Klassen nach DIN EN 1627 beschreiben immer das ganze Element. Wenn ich am Glas etwas verändere, habe ich das Glas verbessert, nicht das Fenster zertifiziert. Wer eine Klasse braucht – aus Versicherungsgründen oder in einer Ausschreibung –, muss das geprüfte Bauteil kaufen. Wer im Bestand deutlich besser dastehen will, kommt mit Beschlag und Folie sehr weit.

Warum bestehen Sie auf einem Muster vor der Bestellung?

Weil die Durchsicht der Punkt ist, an dem sich Erwartung und Wirklichkeit reiben. 90 % Lichtdurchlass klingt nach „man sieht nichts“, aber ein 300-µm-Laminat verhält sich am Rand und im Streiflicht anders als eine dünne Folie. Das Muster an die eigene Scheibe zu halten, dauert zwei Minuten und erspart uns beiden eine Reklamation.

Was raten Sie jemandem, der heute anfangen will?

Griff zudrehen und am Flügel rütteln. Bewegt sich etwas, ist der Beschlag dran – da hilft keine Folie. Sitzt der Flügel fest, messen Sie bis unter die Glashalteleiste und bestellen ein Muster. In der Reihenfolge kommt man mit überschaubarem Budget zu einer Terrassentür, die einen Gelegenheitstäter zuverlässig aufhält.

Interview-Fazit: Beschlag zuerst, Glas danach

Die Nachrüstung an der Terrassentür gelingt, wenn sie in der richtigen Reihenfolge geschieht: erst die Verriegelung prüfen und bei Bedarf einen einbruchhemmenden Beschlag setzen lassen, dann das Glas mit einer geprüften Sicherheitsfolie verstärken. Entscheidend ist dabei die Randanbindung unter der Glashalteleiste. Ist dieser Eingriff nicht möglich, bleibt die Splitterschutzfolie – mit klarem Nutzen, aber ohne Anspruch auf Einbruchhemmung.

Quellen – Einbruchschutzfolie für Terrassentür nachrüsten

Die folgenden beiden Quellen belegen, warum die Nachrüstung am Glas allein nicht genügt und was die Durchwurfprüfung nach DIN EN 356 tatsächlich aussagt. Alle Produktangaben – Materialstärke, Lichtdurchlass, UV-Schutz, Garantie, Zertifizierung und Preise – stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.

1. Polizeiliche Kriminalprävention – K-EINBRUCH: Fenster sichern

Status: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)

Publikation: k-einbruch.de, Sicherheitstipps – Fenster, Balkon-/Terrassentür gegen Einbruch sichern, Abschnitte „Nachrüstung“ und „Verglasungen“

Belegte Aussagen:

  • „Übliche Fensterkonstruktionen bieten in der Regel keinen Schutz – meist werden sie vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt.“
  • „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“
  • „Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, weil sie keinen Aufhebeschutz bieten.“
  • „Eine Nachrüstung mit aufschraubbaren Zusatzsicherungen ist immer möglich.“
  • Empfehlung einbruchhemmender Fensterbeschläge nach DIN 18104 in Verbindung mit abschließbaren Griffen; Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 gelten für das komplette Bauelement aus Rahmen, Beschlag und Verglasung.

Link: k-einbruch.de – Fenster, Balkon- und Terrassentür sichern

2. BauNetz Wissen Glas – Durchwurfhemmung nach DIN EN 356

Status: Fachportal für Bauwesen, redaktionell betreut

Publikation: baunetzwissen.de, Glas – Sicherheit/Tragfähigkeit – Durchwurfhemmung Klasse A

Belegte Aussagen:

  • Prüfaufbau: 4,1 kg schwere Stahlkugel, dreimal auf eine vierseitig gelagerte Scheibe von 1.100 × 900 mm; Einordnung in die Klassen A1 bis A3 nach der bestandenen Fallhöhe.
  • „Die Prüfung an einer relativ kleinen Normscheibe ist allerdings nur bedingt geeignet, Aussagen über die Widerstandsfähigkeit einer Glaskonstruktion gegen Einbruch o. ä. zu machen, da die Lagerungsbedingungen und Einstandstiefe der Scheibe nicht dem üblichen Ausführungsfall entsprechen.“

Link: baunetzwissen.de – Durchwurfhemmung Klasse A