Hier geht es deshalb um die Frage, welche Fenster und Türen am Haus zuerst drankommen – nicht um die stärkste Folie.
Die Reihenfolge auf einen Blick
Die Polizei nennt die Schwachstellen klar: Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren. Übliche Fenster werden meist mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Daraus ergibt sich eine Reihenfolge, die Budget und Zeit dorthin lenkt, wo sie am meisten bewirken:
| Rang | Öffnung | Zuerst | Danach am Glas |
|---|---|---|---|
| 1 | Terrassen- und Balkontüren | Aufhebelschutz: einbruchhemmender Beschlag, abschließbarer Griff | Einbruchschutzfolie A1: bindet das Glas und erschwert das Durchgreifen |
| 2 | Erdgeschossfenster, vor allem hinten und neben Anbauten | Beschlag und abschließbarer Griff | A1 bei großen Scheiben und Fenstern neben dem Griff |
| 3 | Kellerfenster und Lichtschächte | Gitter oder Sicherung wie im Erdgeschoss | Folie nur, wenn das Fenster normal verglast und von innen erreichbar ist |
| 4 | Keller- und Nebeneingangstüren | Schloss und Riegel auf Haustür-Niveau | A1 auf dem Glaseinsatz, damit niemand an den Knauf greift |
Die Reihenfolge folgt einer einfachen Frage: Wo kann jemand am längsten ungestört arbeiten? Fenster zur Straße liegen im Blick der Nachbarn, die Terrassentür hinter dem Haus meist nicht.

Terrassen- und Balkontüren kommen zuerst
Terrassentüren vereinen drei Nachteile: große Glasfläche, oft nur ein Standardbeschlag und eine Lage zum Garten, die von der Straße nicht einsehbar ist. Deshalb stehen sie bei uns ganz oben. Die Reihenfolge an der Tür selbst ist dabei wichtiger als das Produkt.
- Erst der Beschlag: Die Polizei empfiehlt geprüfte einbruchhemmende Beschläge nach DIN 18104 zusammen mit abschließbaren Griffen. Einfache Fensterbeschläge haben laut Polizei keine einbruchhemmende Wirkung.
- Dann das Glas: Wer eine kleine Ecke einschlägt, um von innen an den Griff zu kommen, braucht an einer fest verklebten Einbruchschutzfolie länger. Wie das bei Bestandstüren konkret aussieht, zeigt unser Beitrag zur Einbruchschutzfolie für die Terrassentür.
- Bei Schiebetüren lassen Sie die Aushebelsicherung von einem Fachbetrieb prüfen; zum Nachrüsten nennt die Polizei allgemein geprüfte Beschläge und Zusatzsicherungen. Eine Folie ändert am Laufwerk nichts.
Erdgeschossfenster an Rückseite und Anbauten
Auf Platz zwei folgen Fenster, die man ohne Leiter erreicht. Am kritischsten sind die, vor denen niemand vorbeiläuft: an der Gartenseite, im Seitengang oder neben einer Garage, einem Carport oder einer Mülltonnenbox, die als Tritt dient. Fenster im ersten Stock über einem Flachdach oder Wintergarten gehören in dieselbe Gruppe.
Auch hier gilt: Ein einfacher Beschlag lässt sich aufhebeln, egal wie stabil das Glas ist. Die Polizei schreibt dazu ausdrücklich, dass die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern allein nicht ausreicht. Eine Folie lohnt sich an diesen Fenstern vor allem dort, wo eine große Scheibe direkt neben dem Griff sitzt.
Kellerfenster: Gitter oder Folie?
Kellerfenster werden unterschätzt, weil sie klein und unscheinbar sind. Gerade das macht sie interessant: Sie liegen tief, oft hinter Hecken oder im Lichtschacht. Die Polizei rät, normale Kellerfenster wie Erdgeschossfenster zu sichern oder mit Gittern auszustatten. Liegt das Fenster im Lichtschacht, sichert man oft besser den Rost gegen Abheben als das Fenster selbst – bei gut gesicherten Lichtschächten kann die Sicherung des Kellerfensters laut Polizei entfallen.
Unsere Einordnung: Bei einfachen Kellerfenstern mit kleiner Scheibe ist ein fest verankertes Gitter oft die direktere Lösung. Eine Folie ist sinnvoll, wenn das Kellerfenster ein normales Fenster mit Isolier- oder Einfachglas ist, etwa im Souterrain, und Sie von innen gut an die Scheibe kommen – beide Folien in diesem Beitrag sind Innenfolien. Mehr dazu steht im Beitrag zur Einbruchschutzfolie am Kellerfenster.
Neben- und Kellertüren wie die Haustür sichern
Nebeneingänge, Garagen- und Kellertüren sind häufig schwächer gebaut als die Haustür. Die Polizei empfiehlt für sie dieselbe Widerstandsfähigkeit wie für Eingangstüren und nennt zum Nachrüsten etwa Schubriegel, Vorlegestangen oder ein Querriegelschloss.
Hat eine solche Tür einen Glaseinsatz, kommt das Glas als zweiter Schritt dran: Eine Einbruchschutzfolie auf dem Einsatz verhindert, dass jemand nach einem Schlag durch die Scheibe an Knauf oder Schlüssel greift. Den Riegel ersetzt sie nicht.
Was die Folie leistet – und wo sie endet
Für die Glasseite unserer Liste gibt es zwei klare Folien. Sie unterscheiden sich nicht in der Optik – beide lassen laut technischer Tabelle 90 % des sichtbaren Lichts durch –, sondern im Nachweis:
| Folie | Aufbau | Prüfung | Wofür in unserer Reihenfolge |
|---|---|---|---|
| A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR | 3-lagig, 300 μm, innen | zertifiziert nach EN 356 in Klasse P2A (geprüfter Widerstand gegen Durchwurf) und DIN 52290-4 (deutsche Prüfnorm für angriffshemmende Verglasung) | Terrassentüren, Erdgeschossfenster, Glaseinsätze von Nebentüren |
| Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR | 2-lagig, 200 μm, innen | geprüft auf Splitterbindung nach DIN 52337 und EN 12600 – kein Einbruchschutz-Zertifikat | preisgünstigere Alternative, wenn kein Einbruchschutz-Zertifikat verlangt wird; bindet Splitter, ist aber nicht auf Einbruchhemmung geprüft |
Wichtig ist die Einordnung: Eine Folie macht aus einem normalen Fenster kein einbruchhemmendes Fenster der Klasse RC 2. Diese Klasse gilt für das ganze Bauteil aus Rahmen, Beschlag und Verglasung. Die Polizei nennt für die Nachrüstung je nach Gefährdung und im Einzelfall einbruchhemmendes Verbundsicherheitsglas ab der Klasse P4A nach EN 356. Zertifiziert ist die A1 in der Klasse P2A – einer niedrigeren Stufe derselben Durchwurfprüfung, P4A liegt darüber. Sie macht eine vorhandene Scheibe widerstandsfähiger, ersetzt aber kein einbruchhemmendes Glas. Was P2A gegenüber P4A bedeutet, erklärt unser Beitrag Einbruchschutzfolie P2A statt P4A. Die Folie bindet das Glas beim Schlag und kostet Zeit und Lärm – genau das, was ein Täter an einer Hausrückseite vermeiden will.

Montage: dick, aber machbar
Die A1 ist mit 300 μm deutlich steifer als eine Sichtschutzfolie. Laut Artikel wird sie innen unter die Glashalteleisten verlegt – die Leisten, die die Scheibe im Rahmen halten – oder mit einer transparenten Silikonfuge, die die Folienkante mit dem Rahmen verbindet; der Shop empfiehlt dazu den Profi-Holzrakel mit Hartgummilippe. Wer das nicht selbst machen möchte, kann eine Montage anfragen. Wie lange es dauert, hängt von Größe, Anzahl und Zugänglichkeit der Glasfelder ab.
Beide Folien eignen sich laut Artikel für Einfach- und Isolierverglasung, klar oder getönt. Die Garantie liegt bei beiden Folien laut Artikel bei 10 Jahren gegen Vergilben, Abblättern und Entmetallisieren; in der Praxis halten sie oft deutlich länger. Bevor Sie bestellen, lohnt ein kostenloses Muster – vor allem, um die Materialstärke einmal in der Hand zu haben.
Das Video zeigt die Nassmontage am Beispiel einer Splitterschutzfolie. Bei der A1 kommt laut Artikel die Verlegung unter die Glashalteleisten oder eine Silikon-Randanbindung dazu – dafür gilt die beiliegende Anleitung.
Rundgang in der Dämmerung: Ihre Liste in vier Schritten
- Bei Dämmerung ums Haus gehen. Notieren Sie jede Öffnung, an der man ungesehen stehen kann: Gartenseite, Seitengang, Lichtschacht, Nebentür.
- Nach Erreichbarkeit sortieren. Terrassen- und Balkontüren vor Erdgeschossfenstern, dann Keller, dann Nebeneingänge. Fenster über Anbauten zählen wie Erdgeschoss.
- Je Öffnung zuerst den Beschlag prüfen. Hat sie einen einbruchhemmenden Beschlag und einen abschließbaren Griff? Wenn nicht, ist das der erste Auftrag.
- Erst danach das Glas. Große Scheiben neben dem Griff und Glaseinsätze in Türen bekommen die A1. Für den Kellerschacht prüfen Sie, ob ein Gitter einfacher ist.
Ergänzend rät die Polizei, Rollläden nachts zu schließen, tagsüber aber nicht – geschlossene Rollläden am Tag zeigen, dass niemand zu Hause ist.
Häufige Fragen zur Reihenfolge beim Einbruchschutz
Welche Fenster und Türen sollte ich zuerst sichern?
Zuerst Terrassen- und Balkontüren, dann leicht erreichbare Fenster im Erdgeschoss, vor allem an der Rückseite und neben Anbauten. Danach Kellerfenster und Lichtschächte, zuletzt Keller- und Nebeneingangstüren. An jeder Öffnung kommt zuerst der Beschlag dran und erst danach das Glas.
Reicht eine Einbruchschutzfolie allein?
Nein. Fenster und Türen werden meist aufgehebelt, und dagegen hilft keine Folie. Sie ergänzt einen einbruchhemmenden Beschlag, ersetzt ihn aber nicht. Eine Folie macht aus einem normalen Fenster auch kein Fenster der Widerstandsklasse RC 2 – diese Klasse gilt nur für ein geprüftes Fenster als Ganzes aus Rahmen, Beschlag und Glas.
Terrassentür: welche Folie gehört aufs Glas?
Für den Einbruchschutz die A1 Einbruchschutzfolie Klar 12 mil SR. Sie ist dreilagig, 300 μm stark und nach DIN 52290-4 und EN 356 in der Klasse P2A zertifiziert. Die Splitterschutzfolie Klar 8 mil SR bindet Splitter, hat aber kein Einbruchschutz-Zertifikat.
Was ist mit Kellerfenstern im Lichtschacht?
Kleine, einfache Kellerfenster sichert ein fest verankertes Gitter oft direkter. Ist das Kellerfenster ein normales Fenster und von innen gut erreichbar, kann die A1 als Innenfolie auf das Glas, zusammen mit einem einbruchhemmenden Beschlag.
Darf ich die Folie in einer Mietwohnung anbringen?
Erst in den Mietvertrag schauen, dann kleben. Klären Sie vorher mit dem Vermieter, ob er zustimmt, und halten Sie das schriftlich fest. Das gilt erst recht, wenn die Folie mit Silikon am Rahmen angebunden werden soll.
Interview: Wo fängt man beim Einbruchschutz an?
Wenn ein Kunde nur eine Öffnung sichern kann – welche wäre das?
Fast immer die Terrassentür. Sie hat die größte Glasfläche, liegt meist zum Garten und wird von der Straße aus kaum gesehen. In der dunklen Jahreszeit ist dieser Bereich schon am späten Nachmittag im Schatten. Danach kommen die übrigen Fenster im Erdgeschoss, die man ohne Leiter erreicht.
Warum nicht gleich das große Fenster zur Straße?
Weil dort meist jemand vorbeiläuft. Wer einbricht, sucht eine Stelle, an der er ungestört arbeiten kann. Das ist selten die Straßenseite, sondern die Rückseite, der Seitengang oder der Kellerabgang. Wir raten deshalb, die Liste mit den Augen eines Täters zu schreiben, nicht nach der Größe der Scheibe.
Was passiert eigentlich am Glas, wenn eine A1 darauf klebt?
Die Scheibe bricht beim Schlag trotzdem, aber die Splitter bleiben an der Folie hängen. Statt eines Lochs entsteht eine zähe Fläche, die man erst mühsam aufarbeiten muss. Das kostet Zeit und macht Lärm. Gegen einen aufgehebelten Flügel hilft das nicht – deshalb gehört der Beschlag zuerst dazu.
Und wenn die Terrassentür schon einen guten Beschlag hat?
Dann ist das Glas der nächste sinnvolle Schritt. Gerade bei Türen, bei denen der Griff direkt hinter der Scheibe sitzt, wird gern eine kleine Ecke eingeschlagen, um von innen zu öffnen. Genau das erschwert die Folie.
Kann man eine 300-μm-Folie wirklich selbst kleben?
Ja, mit Geduld. Die A1 ist steifer als eine Sichtschutzfolie und laut Artikel schwerer zu montieren. Ein harter Rakel, saubere Scheiben und die beiliegende Anleitung sind Pflicht. Für große Türen oder mehrere Fenster bieten wir eine Montage auf Anfrage an.
Woran sieht man von außen, dass eine Scheibe foliert ist?
Praktisch gar nicht. Die Folie ist klar und lässt laut technischer Tabelle 90 % des sichtbaren Lichts durch. Wer genau hinsieht, erkennt höchstens die Kante oder die Silikonfuge am Rahmen. Das ist auch gewollt: Die Fassade bleibt, wie sie ist.
Wenn Sie Ihre Liste fertig haben, finden Sie hier die passende Folie für die Glasseite:
Interview-Fazit: Rückseite vor Straßenseite
Sichern Sie zuerst Terrassen- und Balkontüren, dann die leicht erreichbaren Fenster im Erdgeschoss, danach Keller und Nebeneingänge. An jeder Öffnung kommt zuerst der Beschlag, dann das Glas – so wird aus einer Liste ein Plan, der vor dem Winter fertig ist.
Quellen zur Reihenfolge beim Einbruchschutz
Die beiden Quellen belegen, welche Öffnungen die Polizei als besonders gefährdet einstuft und warum Glas allein nicht genügt. Alle Produktangaben – Materialstärke, Aufbau, Prüfnormen, Lichtdurchlässigkeit und Montagehinweise – stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.
1. K-EINBRUCH: Fenster, Balkon- und Terrassentür sichern
Status: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Publikation: k-einbruch.de, Sicherheitstipps – Fenster
Belegte Aussagen: „Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Fenster, Terrassen- und Balkontüren.“ – „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“ – „Je nach Gefährdung können im Einzelfall einbruchhemmende Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 ab der Klasse P 4 A nachgerüstet werden.“ Dazu: Kellerfenster wie Erdgeschossfenster sichern oder mit Gittern ausstatten; geprüfte Beschläge nach DIN 18104 mit abschließbaren Griffen; gekippte Fenster sind offene Fenster; Rollläden nachts, nicht tagsüber schließen.
Link: k-einbruch.de – Fenster, Balkon- und Terrassentür
2. K-EINBRUCH: Türen sichern
Status: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Publikation: k-einbruch.de, Sicherheitstipps – Türen, Abschnitt „Keller / Nebeneingangstür“
Belegte Aussage: „Die Widerstandsfähigkeit von Keller- bzw. Nebeneingangstüren sollte derjenigen von Eingangstüren entsprechen.“ Zum Nachrüsten nennt die Seite massive Schubriegel, Vorlegestangen und Querriegelschlösser.
Link: k-einbruch.de – Türen