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Welche Folie schützt eine Scheibe wirklich vor Glasbruch?

Seit 19 Jahren beraten wir Eigentümer, Mieter, Kitas und Gewerbebetriebe zu Folien auf Glas. Eine Frage kommt dabei fast täglich, und sie ist berechtigt: Welche Folie schützt eine Scheibe wirklich vor Glasbruch? Die ehrliche Antwort fällt anders aus, als der Name „Sicherheitsfolie“ vermuten lässt – und genau deshalb lohnt es sich, sie einmal in Ruhe auszubuchstabieren.

Die kurze Antwort: keine Folie macht Glas bruchsicher

Eine aufgeklebte Folie erhöht die Festigkeit der Scheibe nicht. Der Ball, der Sturm, der Hammer bringen das Glas zum Bersten – mit Folie genauso wie ohne. Was sich ändert, ist das, was danach passiert: Die Bruchstücke haften am Klebstoff und bleiben als Verbund an der Folie hängen, statt sich als Scherbenfeld im Raum zu verteilen.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.6 formuliert es genauso zurückhaltend. Sie beschreibt Splitterschutzfolien als selbstklebende Folien, die „in Kombination mit der entsprechenden Glasscheibe die Sicherheitseigenschaften verbessern können“ – also gemeinsam mit dem Glas, nicht anstelle davon. Soll das Glas selbst dem Schlag standhalten, führt kein Weg an Sicherheitsglas vorbei; das ist Sache des Glasers. Geht es dagegen darum, die Folgen eines Bruchs beherrschbar zu halten, sind Splitterschutzfolien das passende Mittel.

Gerissene Fensterscheibe, die dank Splitterschutzfolie geschlossen im Rahmen bleibt

Was beim Bruch passiert – mit Folie und ohne

Ohne Folie zerfällt eine gewöhnliche Scheibe aus Floatglas – also normalem, nicht vorgespanntem Fensterglas – in scharfkantige Stücke, die nach innen und außen fallen. Genau daraus entstehen die Schnittverletzungen, wegen derer die meisten Kunden bei uns anrufen – meist erst nach dem Schaden.

Mit einer ganzflächig verklebten Splitterschutzfolie bleibt das Rissbild geschlossen. Die Scheibe ist zerstört und muss getauscht werden, aber sie steht noch im Rahmen. Das verschafft Zeit: Der Raum lässt sich absperren, die Öffnung provisorisch sichern, der Glaser in Ruhe bestellen.

  • Das Verletzungsrisiko für Kinder, Besucher und Mitarbeitende sinkt deutlich.
  • Möbel, Bodenbeläge und Auslagen bleiben von Splittern verschont.
  • Das Aufräumen beschränkt sich auf eine Fläche statt auf den ganzen Raum.
  • Bei bodentiefen Elementen bleibt die Absturzstelle vorerst geschlossen.
Achtung: Die Schutzwirkung setzt eine ganzflächige Verklebung voraus. Ein Streifen auf halber Höhe bindet keine Splitter. Die ASR A1.6 nennt das Aufkleben von Splitterschutzfolien für bestehende, nicht bruchsichere Glasflächen, deren Austausch unverhältnismäßig wäre – und weist dabei auf die zeitlich begrenzte Schutzwirkung solcher Folien hin. Maßgeblich sind die Herstellerangaben zur Haltbarkeit.

Splitterschutz und Einbruchschutz sind zwei Klassen

Hier trennen sich die Wege, und hier entstehen die meisten Fehlkäufe. „Sicherheitsfolie“ ist kein geschützter Begriff, dahinter stecken zwei völlig verschiedene Prüfungen.

Splitterschutz wird nach DIN 52337 und EN 12600 geprüft. Diese Normen beschreiben den Pendelschlagversuch: Wie verhält sich die Scheibe, wenn ein weicher Körper dagegenstößt, und wie sicher bindet der Aufbau die Bruchstücke? Darum geht es beim Personenschutz.

Einbruchschutz wird nach DIN EN 356 geprüft, mit Widerstandsklassen von P1A aufwärts. Hier fällt eine Stahlkugel aus definierter Höhe, oder es wird mit der Axt geschlagen. Unsere A1 Einbruchschutzfolien Klar 12 mil SR sind laut Artikelbeschreibung nach DIN 52290 Teil 4 und DIN EN 356 als angriffshemmend zertifiziert und erreichen dort P2A.

Die polizeiliche Kriminalprävention setzt die Latte für nachgerüstete Verglasungen allerdings höher: „Übliche Isolierverglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung. Je nach Gefährdung können im Einzelfall einbruchhemmende Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 ab der Klasse P 4 A nachgerüstet werden.“ Und sie ergänzt: „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“

Übersetzt heißt das: Eine Folie verzögert den Angriff auf die Glasfläche, ersetzt aber weder ein geprüftes Fenster nach DIN EN 1627 noch die Nachrüstsysteme am Beschlag nach DIN 18104. Wer wirklich einbruchgefährdet ist, fängt beim Beschlag an und ergänzt danach die Scheibe. Für alles, was mit Verletzungsschutz zu tun hat, genügt dagegen die Splitterschutzklasse – und die ist deutlich günstiger.

Vier Folienarten und wofür sie gedacht sind

Klare Splitterschutzfolie für den Regelfall

Wohnräume, Praxen, Büros, Verwaltung: Hier reicht die Splitterschutzfolie Klar 4 mil mit 100 µm. Sie lässt 90 % des sichtbaren Lichts durch, filtert 99 % der UV-Strahlung und ist die einzige geprüfte Splitterschutzfolie der Auswahl, die es auch als Außenfolie gibt.

Dickere Laminate für Kitas, Schulen und Flure

Wo geworfen, gestoßen und gerannt wird, nimmt ein stärkerer Aufbau mehr Energie auf. Die Klar 7 mil SR (175 µm, einlagig) und die Klar 8 mil SR (200 µm, zweilagig) sind dafür gemacht. Beide lassen 90 % des sichtbaren Lichts durch – dicker heißt hier nicht dunkler.

Silberne Variante, wenn Sonne dazukommt

Steht die Fläche in der prallen Sonne, verbindet die Splitterschutzfolie Silber 80 SR innen dunkel 4 mil beides. Sie reduziert die am Glas ankommende Strahlung um 86 %, reflektiert 60 % und dunkelt den Raum spürbar ab – im Shop steht sie mit einem Lichtdurchlass von 40 %. Eine Prüfung nach DIN 52337 oder EN 12600 führt der Artikel allerdings nicht auf, genannt ist dort nur die Entflammbarkeit nach DIN 40634 – wer eine dokumentierte Splitterbindung braucht, bleibt bei den klaren Splitterschutzfolien.

Antikratz- und Antigraffitifolie gegen Vandalismus

An Haltestellen, Schaufenstern und in öffentlichen Fluren ist nicht der Bruch das Hauptthema, sondern der Kratzer. Die Antikratz- und Antigraffitifolie Klar 6 mil ist dreilagig, innen wie außen einsetzbar und lässt sich mit ihrem Spezialkleber wieder abziehen; Klebereste sind je nach Produkt, Alter und Untergrund möglich. Eine Prüfung nach DIN 52337 oder EN 12600 weist der Shop für sie nicht aus – wer Splitterbindung braucht, greift zu den geprüften Splitterschutzfolien.

Sechs Schutzfolien im Vergleich, hell nach dunkel

Sortiert ist nach Lichtdurchlass, hell nach dunkel. Alle Werte stammen aus den technischen Daten des jeweiligen Artikels; die Preise sind „ab“-Preise und hängen vom Zuschnitt ab.

Schutzfolien für Glasflächen im Vergleich, sortiert nach Lichtdurchlass
Folie Stärke Licht Prüfung Gedacht für
Splitterschutzfolien Klar 4 mil
ab 19,90 €
100 µm innen (2-lagig)
110 µm außen
90 % innen
85 % außen
DIN 52337, EN 12600 Wohnräume, Praxen, Verwaltung – der Standardfall
Antikratz- und Antigraffitifolien Klar 6 mil
ab 45,90 €
150 µm, 3-lagig
innen oder außen
90 % keine Splitterschutznorm ausgewiesen Haltestellen, Schaufenster, Vandalismusflächen
Splitterschutzfolien Klar 7 mil SR
ab 39,80 €
175 µm, 1-lagig
innen
90 % DIN 52337, EN 12600 Wohn- und Verwaltungsbau mit erhöhtem Anspruch
Splitterschutz- und Sicherheitsfolien Klar 8 mil SR
ab 42,80 €
200 µm, 2-lagig
innen
90 % DIN 52337, EN 12600 Kita, Schule, Krankenhaus; zusätzlich kratz- und graffitifest
A1 Einbruchschutzfolien Klar 12 mil SR
ab 58,90 €
300 µm, 3-lagig
innen
90 % DIN 52290-4, DIN EN 356 (P2A) Angriffshemmung gegen Steinwurf und Blitzeinbruch
Splitterschutzfolien Silber 80 SR innen dunkel 4 mil
ab 39,90 €
100 µm, 2-lagig
innen
40 % Entflammbarkeit nach DIN 40634; keine Splitterschutznorm ausgewiesen Sonnenbeschienene Flächen mit Blend- und Graffitirisiko

Zwei Dinge werden dabei sofort sichtbar. Erstens kostet mehr Schutz kaum Helligkeit: Fünf der sechs Folien lassen 90 % des Lichts durch, nur die silberne dunkelt ab. Zweitens gibt es keine Universalfolie – welche Folie gegen Glasbruch die richtige ist, entscheidet die Prüfspalte.

Zuschnitt, Abrechnung und der Schnitt am Rahmen

Bestellt wird nach dem lichten Glasmaß abzüglich 4 mm in Höhe und Breite, damit die Folie nicht in der Dichtung aufsteht. Zuschnitte sind nur rechteckig möglich, bis 300 cm Kantenlänge; darüber liefern wir Meterware. Alle hier genannten Folien werden von der Rolle geschnitten und auf volle Meter abgerechnet.

Wer selbst zuschneidet, lässt 1 bis 1,5 mm Abstand zum Rahmen. Direkt an der Kante geschnitten, ist der Rand die erste Stelle, an der sich eine Folie später löst. Ein kostenloses Muster hilft, Lichtwirkung und Optik vorab am eigenen Glas zu beurteilen – Musterstücke bestellen Sie hier.

Zersprungene Glaswand in einem Schulflur, die geschlossen im Rahmen stehen bleibt

Montage: nass ankleben, trocken aushärten lassen

Splitterschutzfolien werden im Nassverfahren verklebt. Die Scheibe wird gründlich gereinigt, mit einer Wasser-Spülmittel-Lösung benetzt, die Folie aufgelegt und ausgerichtet. Anschließend streicht ein Rakel das Wasser von der Mitte nach außen heraus. Nach der Trocknungszeit sitzt die Folie fest.

Eine ausführliche Anleitung liegt jeder Lieferung bei. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unser Montagevideo:

Tipp: Die A1 mit 300 µm ist deutlich steifer und laut Artikelhinweis schwerer zu montieren – der Shop empfiehlt dafür einen Profi-Holzrakel mit Hartgummilippe. Verlegt wird sie innen unter die Glashalteleisten oder mit stabiler Randanbindung aus transparentem Silikon. Wer sich das nicht zutraut, bleibt bei der Klar 8 mil SR.

Zur Haltbarkeit nennt der Shop bei allen Innenfolien 10 Jahre Garantie gegen Vergilben, Abblättern und Entmetallisieren – also das Ablösen der Metallschicht bei beschichteten Folien. Für die 4 mil als Außenfolie sind es 5 Jahre auf senkrechten und 3 Jahre auf geneigten Flächen, bei der Antigraffitifolie außen 2 Jahre. Verbindlich steht die Garantie jeweils beim Artikel.

Fünf Fragen vor der Bestellung

  • Geht es um Verletzungsschutz oder um Einbruchschutz? Davon hängt die Normklasse ab.
  • Wird die Scheibe innen oder außen beklebt? Nur die 4 mil und die 6 mil dürfen nach außen.
  • Welche Verglasung liegt vor – Einfach- oder Isolierglas, klar oder getönt?
  • Soll die Fläche hell bleiben oder darf sie abdunkeln?
  • Kommt Kratz- und Graffitirisiko dazu? Dann lohnt die 8 mil oder die 6 mil.

Für Einscheibensicherheitsglas und großflächige Ganzglaselemente gelten Besonderheiten, und der Aufbau der vorhandenen Verglasung entscheidet mit – hier lohnt vorab ein Anruf. Wir beraten telefonisch und per E-Mail; für größere Projekte übernimmt das unser Montageservice auf Anfrage.

Häufige Fragen zu Folie und Glasbruch

Verhindert eine Folie den Glasbruch?

Nein. Eine Folie erhöht die Festigkeit der Scheibe nicht, sie bindet die Bruchstücke. Das Glas bricht mit Folie genauso wie ohne – es fällt danach nur nicht auseinander. Wer eine Fläche sucht, die dem Schlag standhält, braucht Sicherheitsglas, nicht Folie.

Bleibt die Scheibe nach dem Bruch im Rahmen?

In der Regel ja, wenn die Folie ganzflächig verklebt ist und der Rahmen intakt bleibt. Die Bruchstücke haften am Klebstoff und bilden weiter eine Fläche. Ersetzt werden muss die Scheibe trotzdem, und zwar zeitnah.

Welche Stärke brauche ich für eine Kita?

Für Kita, Schule und Krankenhaus führt der Shop die Klar 7 mil SR mit 175 µm und die Klar 8 mil SR mit 200 µm. Die 8 mil ist zweilagig und zusätzlich kratz- und graffitifest, was in stark frequentierten Fluren hilft.

Ersetzt Splitterschutzfolie eine Einbruchsicherung?

Nein. Die klaren Splitterschutzfolien sind nach DIN 52337 und EN 12600 geprüft, nicht nach DIN EN 356. Zertifizierten Einbruchschutz führt der Shop nur mit der A1 Klar 12 mil SR in Klasse P2A. Die Polizei empfiehlt für nachgerüstete Verglasungen Verbundsicherheitsglas ab Klasse P 4 A und weist darauf hin, dass Fenster meist aufgehebelt werden – die Sicherung am Beschlag ist deshalb der erste Schritt.

Wie lange hält die Schutzwirkung?

Die ASR A1.6 spricht ausdrücklich von einer zeitlich begrenzten Schutzwirkung und verweist auf die Herstellerangaben. Für die Innenmontage nennt der Shop 10 Jahre Garantie, außen je nach Folie und Neigung 2 bis 5 Jahre. Eine regelmäßige Sichtprüfung auf gelöste Ränder gehört dazu.

Passt die Folie auf Isolierverglasung?

Die Klar 7 mil SR, die Klar 8 mil SR, die Antikratzfolie 6 mil, die Silber 80 SR und die A1 sind laut Shop für Einfach- und Isolierverglasung freigegeben, jeweils klar oder getönt. Für glatte Glasflächen ist die Klar 4 mil ausgewiesen. Bei Einscheibensicherheitsglas fragen Sie besser vorher nach.

Nachgefragt: was Folie am Glas leisten kann

Wonach fragen Kunden beim Thema Glasbruch zuerst?

Fast immer nach der Stärke. „Reichen 4 mil, oder brauche ich 8?“ – dabei ist die Stärke die zweite Frage. Die erste lautet: Wovor wollen Sie schützen? Geht es um ein Kind, das gegen die Terrassentür rennt, ist eine geprüfte Splitterschutzfolie die richtige Klasse. Wer es dagegen mit jemandem zu tun hat, der nachts mit dem Schraubendreher am Fenster hebelt, greift zum falschen Werkzeug – dort führt der Weg zuerst über die Sicherung am Beschlag und erst danach über die Einbruchschutzfolien. Diese Weichenstellung spart hinterher viel Ärger.

Und wo endet die Wirkung einer Splitterschutzfolie?

Sie endet am Rahmen und an der Fläche. Eine Folie, die nur die untere Hälfte bedeckt, bindet im oberen Teil nichts. Und wer bis auf den Millimeter an die Dichtung schneidet, bekommt genau dort die erste abstehende Kante. Zeitlich endet sie ebenfalls – Kleber und Oberfläche altern, außen schneller als innen. Wer alle paar Jahre einmal am Rand entlangschaut, merkt rechtzeitig, wann eine Fläche neu belegt werden sollte.

Bei Kitas und Schulen – worauf achten Sie dort?

Auf die Fläche und auf den Nachweis. Ganzflächig verklebt, sonst trägt das Konzept nicht, und mit einem Produkt, dessen Prüfung nach DIN 52337 und EN 12600 dokumentiert ist. Träger und Planer müssen das belegen können, deshalb liefern wir die entsprechenden Angaben zum Artikel mit. Praktisch bedeutet das meist 7 oder 8 mil, weil dort ständig etwas gegen das Glas kommt.

Woran scheitert eine Montage in der Praxis?

An der Sauberkeit und an der Eile. Staubkörner auf der Scheibe zeichnen sich später als kleine Erhebungen ab, und wer zu wenig Wasser nimmt, kann die Folie nicht mehr ausrichten. Beim Nassverfahren gilt: lieber zu viel Flüssigkeit als zu wenig. Wer zum ersten Mal klebt, fängt mit einem Muster oder einer kleinen Scheibe an, nicht mit der bodentiefen Front im Wohnzimmer.

Zum Schluss: welcher Fehlkauf begegnet Ihnen am häufigsten?

Die dunkle Folie im falschen Raum. Jemand will Sicherheit und greift zur silbernen Variante, weil sie robuster aussieht. Dann steht das Nordzimmer plötzlich bei 40 % Licht, und der Splitterschutz wäre mit der klaren Folie genauso gut gewesen. Abdunkeln ist eine eigene Entscheidung, sie hat mit dem Bruchverhalten nichts zu tun.

Welche Richtung die richtige ist, entscheidet das Schutzziel. Verletzungsschutz und Einbruchschutz sind zwei verschiedene Prüfungen, und eine Folie erfüllt jeweils nur eine davon. Wählen Sie deshalb nach Schutzziel:

Interview-Fazit: Scherbenbindung statt Bruchschutz

Keine Folie macht Glas unzerbrechlich. Sie entscheidet darüber, ob eine gebrochene Scheibe als Fläche im Rahmen stehen bleibt oder als Scherbenfeld im Raum liegt – und wer das weiß, wählt die Klasse, die zum Schutzziel passt, statt der dicksten im Regal.

Gesprungene Fensterscheibe in einem Wohnraum, deren Rissbild geschlossen im Rahmen bleibt

Quellen

Die folgenden Fundstellen belegen die Aussagen zu Splitterschutz und Einbruchhemmung. Produktwerte stammen aus den technischen Daten der verlinkten Artikel.

1. Ausschuss für Arbeitsstätten, BAuA – ASR A1.6

Publikation: Technische Regeln für Arbeitsstätten – Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände (ASR A1.6), Ausgabe Januar 2012, zuletzt geändert GMBl 2022, S. 244

Belegte Aussage: Ziffer 3.7 definiert Splitterschutzfolien als selbstklebende Folien, die „nachträglich auf plane Glasflächen fachgerecht aufgeklebt werden und in Kombination mit der entsprechenden Glasscheibe die Sicherheitseigenschaften verbessern können“. Abschnitt 4 ergänzt, dass sich die Schutzwirkung „durch fachgerechtes und ganzflächiges Aufkleben von geeigneten Splitterschutzfolien verbessern“ lässt und dabei „die zeitlich begrenzte Schutzwirkung (Herstellerangaben) dieser Folien zu beachten“ ist. Der Regeltext steht im PDF, das die Seite zum Herunterladen anbietet.

Quelle: https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/ASR-A1-6

2. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Publikation: K-EINBRUCH, Sicherheitstipps – Fenster, Balkon- und Terrassentür

Belegte Aussage: „Übliche Isolierverglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung. Je nach Gefährdung können im Einzelfall einbruchhemmende Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 ab der Klasse P 4 A nachgerüstet werden.“ Und weiter: „Fenster werden häufig aufgehebelt. Deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.“ Für Nachrüstsysteme verweist die Polizei auf DIN 18104 Teil 1 und 2.

Quelle: https://www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/fenster/