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UV-Schutzfolie für große Terrassentüren: Glasaufbau und Maß

Eine bodentiefe Terrassentür ist kein großes Fenster. Sie ist ein anderes Bauteil: Die Scheiben sind höher als jede Folienbahn breit, der Glasaufbau ist in aller Regel mehrschichtig, und direkt dahinter liegen Parkett, Teppich und Sofa in der prallen Sonne. Genau deshalb scheitert die naheliegende Antwort – „nehmen Sie eine klare UV-Schutzfolie“ – an dieser Tür häufiger als am normalen Fenster. Dieser Beitrag klärt die zwei Fragen, an denen es bei großen Terrassentüren wirklich hängt: welcher Glasaufbau welche Folie auf welcher Seite erlaubt – und wie man an eine Bahn kommt, die groß genug ist. Seit 19 Jahren beraten wir bei Folienmarkt zu genau diesen beiden Punkten.

Große Terrassentür: Maß und Glasaufbau entscheiden

Auch am normalen Fenster hängt die Folienwahl am Glas – an einer Hebe-Schiebetür entscheidet sie aber über deutlich mehr Fläche und Geld. Vier Dinge unterscheiden sie vom Fenster:

  • Die Fläche. Ein Flügel ist häufig etwa einen Meter breit und reicht bis knapp unter die Decke; eine dreiteilige Anlage bringt entsprechend viel Glas zusammen. Entsprechend groß ist der Strahlungseintrag in den Raum.
  • Der Glasaufbau. Moderne Terrassentüren sind in aller Regel mehrschichtig verglast. Welche Verglasung bei Ihnen sitzt, steht im Fensterpass oder auf dem Abstandhalter im Scheibenzwischenraum – und sie schränkt ein, welche Folie innen sitzen darf.
  • Das Maß. Rechteckige Zuschnitte gehen bis 300 cm Kantenlänge, die Bahn dieser Folien ist höchstens 152 cm breit. Für die Höhe eines Türflügels reichen die 300 cm.
  • Ein schräges Oberlicht darüber ist noch einmal ein eigener Fall – nicht wegen des Maßes, sondern weil die klaren Innenfolien für geneigtes Glas nicht vorgesehen sind; dort führt der Weg über die Außenvariante der 6 XiR. Dazu unten mehr.

Wer diese Punkte vorab klärt, spart sich den häufigsten Fehlkauf: eine Innenfolie mit starker Hitzewirkung, die auf mehrschichtigem Glas nichts zu suchen hat – dort gehört dieselbe Folie als Außenvariante auf die Scheibe.

Bodentiefe Hebe-Schiebetür in einem hellen Wohnraum, Sonnenlicht fällt auf Eichenparkett

Was die Sonne hinter einer bodentiefen Tür anrichtet

Glas hält einen Teil der UV-Strahlung zurück, aber längst nicht alles. Was durchkommt, greift die Farbpigmente in Parkett, Vinyl, Teppichen und Polsterstoffen an – je nach Material wirken zusätzlich sichtbares Licht und Wärme mit. Eine UV-Folie senkt deshalb den UV-Anteil stark, hält das Ausbleichen aber nicht vollständig auf. Weil eine Terrassentür bis zum Boden reicht, trifft die Sonne den Bodenbelag nicht nur streifend, sondern über Stunden flächig – das ist der Unterschied zwischen einem ausgeblichenen Streifen und einem ausgeblichenen Zimmer.

Dazu kommt die Wärme. Sichtbares Licht und Infrarotstrahlung heizen Raum und Oberflächen auf, während die UV-Strahlung im Hintergrund die Farben bleicht. Beide Effekte laufen parallel, brauchen aber unterschiedliche Folien – und genau dort hören die meisten Ratgeber zum Thema auf.

Besonders betroffen sind:

  • Wohnräume mit Terrassentür nach Süden oder Westen und geöltem oder lackiertem Holzboden.
  • Wintergärten und Anbauten, in denen die Glasfläche im Verhältnis zur Grundfläche groß ist.
  • Ausstellungs- und Verkaufsräume mit bodentiefer Verglasung und empfindlicher Ware.

Optik der Tür erhalten, ohne den Schutz zu opfern

Die Sorge, eine Folie mache die schöne Glasfront kaputt, ist verständlich – und an der Terrassentür berechtigter als am Badfenster, weil man hier den Ausblick gekauft hat. Deshalb lohnt es, die Prioritäten vorher zu sortieren:

  • Nur Ausbleichschutz – dann bleibt die Optik praktisch unverändert.
  • Ausbleichschutz plus spürbar weniger Hitze – dann kostet es etwas Licht und einen leichten Farbstich.
  • Zusätzlich Sichtschutz am Tag – dann verändert die Spiegeloptik die Fassade deutlich.

Diese drei Stufen entsprechen genau den Folientypen in der Tabelle weiter unten. Es gibt durchaus helle Hitzeschutzfolien, aber wirksamer Sonnenschutz ganz ohne Einfluss auf Licht und Optik ist nicht zu haben; wer die Wärme wirklich draußen halten will, landet bei den Sonnenschutzfolien und nimmt den Lichtverlust in Kauf.

Der Glasaufbau bestimmt die Montageseite

Das ist der Kern der Sache, und er wird oft verkürzt wiedergegeben. Je stärker eine Folie Sonnenenergie absorbiert, desto eher gehört sie bei Mehrfachverglasung nach außen. Bei mehreren innen wie außen lieferbaren Sonnenschutzfolien steht deshalb im Shop der Hinweis: Bei Fenstern, die nach 1995 eingebaut wurden, wird nur die Außenfolie empfohlen. Wichtiger als das Baujahr ist am Ende die Glasart – und für die klare UV-Folie gilt der Hinweis ohnehin nicht.

Konkret nach Produkt:

Montageseite nach Glasaufbau
Folie Laut Datenblatt geeignet für Montageseite
UV Schutzfolien Klar UV 3 SR senkrechte Glasflächen: Einscheibenverglasung klar und getönt, Doppelverglasung klar und getönt, VSG-Doppelverglasung (Verbundsicherheitsglas) mit klarer Scheibe innen
UV Schutzfolien Klar UV 50 EX Einfachverglasung klar und getönt, Isolierverglasung außen
Hitzeschutz- und UV-Schutzfolien 6 XiR Innenfolie nur klares Einfachglas; bei Doppelverglasung, Wärmeschutzglas, Sicherheitsglas, Dach- und Schrägverglasung empfehlen wir die Außenfolie innen oder außen empfohlen
Sonnenschutzfolien Silber 90 EX extrem dunkel Einfachverglasung und Isolierverglasung, klar oder getönt außen

Der Grund für den Unterschied steht in den Datenblättern: Die klare UV 3 SR absorbiert nur 7 % der Sonnenenergie, staut also kaum Wärme im Glas. Die 6 XiR absorbiert als Innenfolie 49,7 % – deshalb weist das Datenblatt auf das Glasbruchrisiko durch thermische Spannungen hin, und wir empfehlen bei Mehrfachverglasung die Außenvariante. Beide Freigabelisten stehen in den technischen Daten des jeweiligen Artikels; Wärmeschutz- und Dreifachverglasung sind dort nicht pauschal abgedeckt.

Woran sich entscheidet, ob die Folie innen oder außen sitzt, zeigt dieses Video:

Achtung: Für die 6 XiR empfehlen wir bei Außenmontage eine fachgerechte Randversiegelung, insbesondere bei stärker beanspruchten Glasflächen, Dachfenstern oder geneigten Verglasungen. Was für Ihre Folie gilt, steht in den technischen Daten des Artikels.
Dreiteilige Schiebetür von außen gesehen, Holzterrasse im Abendlicht

UV-Schutzfolien für Terrassentüren im Vergleich

Vier Folien decken die Bandbreite von nahezu unsichtbar bis stark verspiegelt ab, sortiert von hell nach dunkel:

Folienvergleich
Folie Licht UV und Hitze Montageseite Passt, wenn …
UV Schutzfolien Klar UV 3 SR 90 % 99 % UV-Abweisung; nur 15 % der Sonnenenergie insgesamt bleiben draußen innen … die Tür optisch unverändert bleiben soll und es nur um Ausbleichschutz geht.
UV Schutzfolien Klar UV 50 EX außen 86 % 98,5 % UV-Schutz, 14,3 % Hitzereduktion außen … derselbe klare Schutz gewünscht ist, die Folie aber außen sitzen muss.
Hitzeschutz- und UV-Schutzfolien 6 XiR 70,6 % innen, 77 % außen 99 % UV-Schutz; 82 % weniger Infrarot – also Sonnenwärme – innen, 76 % außen innen oder außen … der Raum hinter der Tür im Sommer spürbar zu warm wird.
Sonnenschutzfolien Silber 90 EX extrem dunkel 10 % 99 % UV-Schutz, 90 % reduzierte Gesamtstrahlung am Glas außen … zusätzlich Sichtschutz am Tag gebraucht wird und die Spiegeloptik gewollt ist.

So fällt die Wahl an Ihrer Tür

Bleibt Ihr Wohnzimmer im Sommer angenehm und Sie wollen nur den Boden retten, ist die UV 3 SR die richtige Folie – sie ist für klare und getönte Doppelverglasung sowie für VSG-Doppelverglasung mit klarer Scheibe innen freigegeben und kostet Sie zehn Prozent Licht. Heizt sich der Raum dagegen auf, hilft nur eine Folie mit echter Hitzewirkung, also die 6 XiR, an moderner Verglasung als Außenfolie. Liegt die Terrasse direkt am Nachbarzaun, übernimmt die Silber 90 EX zusätzlich den Sichtschutz bei Tag – zum Preis eines deutlich dunkleren Raums.

Woher die Zahlen in der Tabelle stammen

Alle Werte in der Tabelle stammen aus den technischen Angaben der jeweiligen Artikel im Shop. Da sich Produkt- und Variantenangaben ändern können, sind für Ihre Bestellung die Angaben beim Artikel maßgeblich. Angegeben sind sie in den Kenngrößen, die DIN EN 410 für Verglasungen festlegt – Lichtdurchlässigkeit, UV-Anteil und der Gesamtenergiedurchlass, also der Anteil der Sonnenenergie, der insgesamt in den Raum gelangt. Die Lichtwerte sagen demnach, wie viel Licht tatsächlich durch die Folie hindurchgeht; bei der Klar UV 50 EX nennt das Datenblatt keinen solchen Messwert, dort stammen die 86 % aus der Produkteigenschaft „Lichtdurchlass“. Bei der 6 XiR unterscheiden sich Innen- und Außenvariante, deshalb sind beide Werte angegeben. Die „reduzierte Gesamtstrahlung“ der Silber 90 EX bezieht sich auf die Strahlung am Glas, nicht auf die Raumtemperatur. Die Garantiezeiten stehen bewusst nicht in der Tabelle: Sie liegen je nach Folie und Montageseite zwischen drei und zehn Jahren und sind verbindlich nur beim Artikel selbst nachzulesen.

Wohnzimmer mit bodentiefer Schiebetür zum See, Abendsonne fällt flächig auf das Parkett

Maß nehmen bei Übergröße: Zuschnitt bis 300 cm

Das ist die zweite Hürde, die am normalen Fenster nie auftaucht. Für den Zuschnitt gilt:

  • Bis 300 cm Kantenlänge fertigen wir passgenau zu, darüber gibt es Meterware in ganzen Laufmetern.
  • Bei diesen Folien ist die Bahn höchstens 152 cm breit. Breitere Flächen werden mit mehreren Bahnen Stoß an Stoß beklebt.
  • Zuschnitte sind nur rechteckig möglich – kein Dreieck, kein Trapez, nicht rund oder oval.
  • Angegeben wird das lichte Glasmaß abzüglich 4 mm in Höhe und Breite.
  • Auch der passgenaue Zuschnitt wird auf volle Meter abgerechnet.

Für eine übliche Hebe-Schiebetür heißt das: Jeder Flügel wird einzeln gemessen und einzeln bestellt, nicht die ganze Anlage als eine Bahn. Ist ein Festfeld breiter als 152 cm, kommen zwei Bahnen Stoß an Stoß auf die Scheibe.

Sitzt über der Tür ein schräges Oberlicht, ist das ein eigener Fall – und zwar nicht nur wegen des Zuschnitts: Die klare UV 3 SR ist ausdrücklich nur für senkrechte Glasflächen freigegeben, und die 6 XiR schließt als Innenfolie Dach- und Schrägverglasung aus. Für geneigtes Glas kommt deshalb nur eine Außenfolie in Frage. Bei der 6 XiR ist die Außenvariante für Dachfenster und Schrägverglasungen ausdrücklich empfohlen – das ist der Weg, den wir hier meistens gehen. Ob eine andere Folie freigegeben ist, steht in ihren technischen Daten.

Tipp: Messen Sie jeden Flügel einzeln und notieren Sie, ob Griffmuschel oder Dichtung in die Glasfläche ragen. Bei Schiebetüren liegen die lichten Maße der Flügel oft ein bis zwei Zentimeter auseinander, obwohl sie gleich aussehen.

Montage an einer bodentiefen Schiebetür

Die Fläche macht die Montage nicht schwieriger, aber unverzeihlicher: Ein Fehler kostet hier vier Quadratmeter Folie statt einem halben. Bewährt hat sich dieser Ablauf:

  • Glas gründlich reinigen, besonders die untere Kante über der Bodenschiene – dort sitzt der meiste Schmutz.
  • Bei den nass verklebten Folien – UV 3 SR und 6 XiR – reichlich Montageflüssigkeit verwenden, damit sich die Bahn nach dem Auflegen noch verschieben lässt.
  • Zu zweit arbeiten: Eine Person hält die Bahn oben, die andere legt sie an. Eine 240-cm-Bahn allein zu führen, geht selten gut.
  • Von der Mitte nach außen ausrakeln und die Kanten zuletzt sauber anpressen.

Nass verklebt werden laut Datenblatt die UV 3 SR und die 6 XiR – sie lassen sich deshalb nach dem Auflegen noch ausrichten. Für die übrigen Folien gilt die Anleitung, die jeder Lieferung beiliegt. Wer unsicher ist, foliert zuerst ein kleines Fenster im selben Raum und geht die große Tür danach an.

Muster anhalten, bevor die große Bahn kommt

Gerade weil eine Terrassentür so viel Fläche hat, wirkt jede Tönung dort stärker als auf dem Musterstück in der Hand. Bestellen Sie deshalb kostenlose Muster der infrage kommenden Folien und halten Sie sie bei Sonne an das eigene Glas. Sie sehen dann sofort, was keine Produktbeschreibung leistet: wie sich der Blick in den Garten verändert und ob Ihnen der leichte Farbstich der Hitzeschutzvariante auffällt. Das Muster zeigt allerdings nur Optik, Tönung und Lichtwirkung – ob die Folie zu Ihrer Verglasung passt, bleibt eine getrennte Frage.

Heizt sich der Raum hinter der Tür zusätzlich auf, lesen Sie weiter bei Terrassentür heizt das Wohnzimmer auf; geht es um einen Neubau mit bodentiefen Fenstern, steht die Montageseite in Sonnenschutz für bodentiefe Fenster im Neubau.

Zu jeder Folie stehen die technischen Werte im Shop – wie viel Tageslicht durchkommt, wie viel UV-Strahlung draußen bleibt, wie stark die Wärme sinkt und auf welchen Glasarten die Folie freigegeben ist. Wenn Sie Ausrichtung, Glasaufbau und Maße der Tür zur Hand haben, hilft unsere Fachberatung per Telefon oder E-Mail bei der Auswahl weiter.

Häufige Fragen zur UV-Schutzfolie an Terrassentüren

Braucht meine Terrassentür die Folie innen oder außen?

Das entscheidet der Glasaufbau, nicht die Erreichbarkeit der Scheibe. Die klare UV Schutzfolien Klar UV 3 SR ist für die Innenmontage auf klarer und getönter Einscheibenverglasung, klarer und getönter Doppelverglasung sowie auf VSG-Doppelverglasung – Verbundsicherheitsglas – mit klarer Außen- oder Innenscheibe freigegeben – sie absorbiert nur 7 % der Sonnenenergie und heizt die Scheibe deshalb kaum auf. Wärmeschutz- und Dreifachverglasung stehen nicht auf dieser Liste; dort lesen Sie die Freigabe im Artikel nach. Sobald die Folie zusätzlich Hitze abhalten soll, kippt die Sache ohnehin: Die 6 XiR gehört als Innenfolie nur auf klares Einfachglas, bei Doppelverglasung, Wärmeschutzglas, Sicherheitsglas und Schrägverglasung empfehlen wir die Außenvariante. Die Silber 90 EX gibt es nur als Außenfolie.

Wie groß darf eine Folienbahn für eine Schiebetür sein?

Zuschnitte fertigen wir bis maximal 300 cm Kantenlänge und ausschließlich rechteckig; die Bahn dieser Folien ist dabei höchstens 152 cm breit. Ein Türflügel von 100 × 240 cm liegt damit im Rahmen, ein breiteres Festfeld wird mit zwei Bahnen Stoß an Stoß beklebt. Eine dreiteilige Schiebeanlage bestellen Sie Flügel für Flügel, nicht als eine Bahn. Bestellt wird nach dem lichten Glasmaß, minus 4 mm in Höhe und Breite, und abgerechnet wird auch beim Zuschnitt auf volle Meter. Ein schräges Oberlicht über der Tür ist ein eigener Fall: Die hier gezeigten Innenfolien sind nur für senkrechte Flächen freigegeben; für geneigtes Glas empfehlen wir die Außenvariante der 6 XiR.

Bleibt der Blick in den Garten nach dem Folieren gleich?

Bei der klaren UV 3 SR nahezu: Sie lässt 90 % des sichtbaren Lichts durch und ist farblos. Die 6 XiR liegt als Innenfolie bei 70,6 % und wirkt leicht hellgrün, als Außenfolie bei 77 % und hellblau. Die Silber 90 EX lässt nur 10 % durch und verspiegelt die Tür sichtbar. Eine Folie, die Hitze abhält, ohne Licht zu nehmen, gibt es nicht – wer Wärme draußen halten will, greift zu den Sonnenschutzfolien und nimmt den Lichtverlust in Kauf. Deshalb gehört vor die große Bestellung immer ein Muster ans eigene Glas.

Schützt eine klare UV-Folie auch vor Hitze?

Nein, nur am Rand. Die UV 3 SR weist 15 % der gesamten Sonnenenergie ab, das merkt man an einer Südterrasse kaum. Wer die Aufheizung wirklich senken will, braucht eine Sonnenschutz- oder Hitzeschutzfolie: Die 6 XiR reduziert als Innenfolie 82 % der Infrarotstrahlung, also der Sonnenwärme; die Silber 90 EX 90 % der Gesamtstrahlung am Glas. Beide stehen in der Kategorie Sonnenschutzfolien.

Ist eine Spiegelfolie an der Terrassentür abends blickdicht?

Nur solange es draußen heller ist als drinnen. Achtung: Reine Spiegelfolien wirken abends bei Innenbeleuchtung oft wie ein Fenster, durch das man wieder hineinschauen kann, außer man beleuchtet diese mit einer Lichtquelle von außen. Als Faustregel muss die Außenbeleuchtung heller sein als das Licht im Raum. Eine vorhandene Terrassenleuchte kann dabei helfen, sie genügt aber nicht automatisch – sie muss hell genug sein und die Scheibe treffen. Wer abends verlässlich Sichtschutz braucht, nimmt statt der Spiegelfolie eine Milchglasfolie.

Wie lange hält eine Folie an einer Terrassentür?

Die Garantiezeiten liegen je nach Folie und Montageseite zwischen drei und zehn Jahren; sie gelten gegen Vergilben, Abblättern und Entmetallisieren. Innenfolien liegen dabei am oberen Ende, Außenfolien am unteren, und geneigte Flächen zählen kürzer als senkrechte. Verbindlich steht die Zahl beim jeweiligen Artikel im Shop – bitte dort nachsehen, statt sich auf eine Übersicht zu verlassen. Für die 6 XiR empfehlen wir bei Außenmontage zusätzlich eine fachgerechte Randversiegelung.

Interview: Folien an großen Terrassentüren

Was fällt euch bei Terrassentüren zuerst auf?

Dass fast alle Kunden mit der Frage nach der Folienart anfangen und die Frage nach dem Glas gar nicht stellen. Dabei entscheidet der Glasaufbau, welche Folien überhaupt in die Auswahl kommen. Wir drehen das im Gespräch um und fragen zuerst nach Baujahr und Verglasung.

Kunden fürchten, die Tür sei zu groß zum Folieren – zu Recht?

Die Sorge kommt oft, sie ist aber unbegründet, solange man richtig bestellt. Bis 300 cm Kantenlänge schneiden wir passgenau zu, und die Höhe eines Türflügels liegt fast immer darunter. Wichtig ist nur, dass jeder Flügel einzeln gemessen wird – und dass man zu zweit arbeitet, wenn die Bahn erst einmal nass am Glas hängt.

Und wenn Isolierglas verbaut ist?

Dann trennen sich die Wege. Eine klare UV-Schutzfolie wie die UV 3 SR darf bei klarer und getönter Doppelverglasung sowie bei VSG-Doppelverglasung mit klarer Scheibe innen bleiben – dafür ist sie freigegeben. Bei Wärmeschutz- oder Dreifachglas schauen wir jedes Mal ins Datenblatt, das steht dort nicht pauschal drin. Und sobald eine Folie mit hoher Absorption ins Spiel kommt, also alles mit spürbarem Hitzeschutz, raten wir bei Mehrfachverglasung zur Außenfolie.

Wie finde ich heraus, welche Verglasung ich überhaupt habe?

Drei Wege, in dieser Reihenfolge. Im Fensterpass oder in den Bauunterlagen steht es schwarz auf weiß. Zweitens trägt der Abstandhalter im Scheibenzwischenraum – der schmale Rahmen zwischen den Scheiben – bei vielen Fenstern eine Prägung mit Hersteller und Aufbau. Und drittens verrät sich der Aufbau am Spiegelbild: Jede Glasoberfläche wirft ein eigenes Spiegelbild, bei Einfachglas sind es zwei, bei Doppelverglasung vier. Wer sich unsicher ist, ruft uns lieber vorher an, als die falsche Folie zu bestellen.

Achtung: Reine Spiegelfolien wirken abends bei Innenbeleuchtung oft wie ein Fenster, durch das man wieder hineinschauen kann, außer man beleuchtet diese mit einer Lichtquelle von außen.

Abends brennt drinnen das Licht: was sieht der Nachbar?

Bei einer Spiegelfolie alles, wenn draußen nichts leuchtet. Das Licht außen muss heller sein als im Raum, dann kippt der Effekt zurück. An einer Terrassentür hängt oft schon eine Leuchte, aber darauf würde ich mich nicht verlassen – sie muss die Scheibe wirklich anstrahlen. Wer abends verlässlich Ruhe haben will, nimmt eine Milchglasfolie statt einer Spiegelfolie.

Woran merken Kunden, dass sie die falsche Folie gewählt haben?

Meist daran, dass sich am Wärmeempfinden nichts ändert. Sie haben eine klare UV-Folie gekauft, weil sie unsichtbar bleiben sollte, und wundern sich, dass der Raum im Juli weiter aufheizt. Die klare Folie hält 99 % der UV-Strahlung ab, aber nur 15 % der Sonnenenergie – für Kühlung braucht es eine Sonnenschutzfolie.

Interview-Fazit: erst der Glasaufbau, dann die Folie

Prüfen Sie an einer großen Terrassentür zuerst den Glasaufbau und erst danach die Folie. Geht es nur um Ausbleichschutz, nehmen Sie eine möglichst klare UV-Schutzfolie. Wird der Raum zusätzlich zu warm, brauchen Sie echten Hitzeschutz – bei moderner Mehrfachverglasung in der Regel als Außenvariante. Danach ist der Rest Handwerk: jeden Flügel einzeln messen, bis 300 cm und 152 cm Bahnbreite zuschneiden lassen, darüber Meterware nehmen. Und die Optik vorher am Muster prüfen, nicht am Bildschirm.

Quellen

Die folgenden Normen und Institutionen erklären, was die Kenngrößen bedeuten, in denen die Folienwerte in diesem Beitrag angegeben sind.

1. DIN Media, 2011

Publikation: DIN EN 410:2011-04 – Glas im Bauwesen – Bestimmung der lichttechnischen und strahlungsphysikalischen Kenngrößen von Verglasungen

Belegte Aussage: Die Norm legt fest, wie Lichttransmissionsgrad, UV-Transmissionsgrad und Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung bestimmt werden – die Kenngrößen, die in Datenblättern von Verglasungen und Fensterfolien üblicherweise ausgewiesen werden.

Quelle: https://www.dinmedia.de/en/standard/din-en-410/138424295

2. Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Publikation: UV/VIS/NIR-Spektrometer – Prüfstellen des Fraunhofer IBP

Belegte Aussage: Das Prüflabor führt als Messgrößen unter anderem UV-Transmissionsgrad, Licht-Transmissionsgrad und Gesamtenergiedurchlassgrad nach DIN EN 410 auf und nennt Folie ausdrücklich als Messobjekt – Folienkennwerte werden also nach denselben Normen ermittelt wie Glaskennwerte.

Quelle: https://www.pruefstellen.ibp.fraunhofer.de/de/energieeffizienz-und-raumklima/uv-vis-nir-spektrometer.html