Bei Fenstern ist die Sache einfach: Die Splitterschutzfolie kommt innen auf die Scheibe, fertig. Bei einer Glastür ist sie es nicht. Eine Glastür steht mitten im Raum, man kommt von beiden Seiten an das Glas – und genau daran hängt die Frage, welche Folie überhaupt in Frage kommt und ob eine Seite reicht. In 19 Jahren Fensterfolien bei Folienmarkt.de ist das der Punkt, an dem die meisten Bestellungen hängen bleiben.
Dieser Beitrag beantwortet zwei Entscheidungen: welche Seite der Glastür beklebt wird und welche Materialstärke dafür sinnvoll ist. Warum Splitterschutz an Glastüren im Familienalltag überhaupt zählt, steht ausführlich im Beitrag Splitterschutzfolie Glastüren Familie. Geht es um Glastüren im Büro oder in öffentlichen Bereichen, gelten zusätzliche Anforderungen – die stehen in Welche Schutzfolien sind sinnvoll für Glastüren in Büros und öffentlichen Bereichen.

Warum die Glastür ein Sonderfall ist
Eine Splitterschutzfolie ist eine selbstklebende, reißfeste Klarfolie, die vollflächig auf das Glas geklebt wird. Sie wirkt auf der Glasfläche, auf der sie verklebt ist, und hält die Bruchstücke beim Glasbruch dort zusammen. Bei einer von beiden Seiten zugänglichen Glastür muss deshalb auch die zweite Seite in die Schutzbetrachtung einbezogen werden.
Bei einem Fenster fällt das meist kaum ins Gewicht, weil sich Menschen in der Regel nur auf einer Seite aufhalten. Eine Glastür zwischen Flur und Wohnzimmer, ein Türseitenteil – also die feste Glasfläche neben der Tür –, eine Terrassentür: Dort ist das Glas von beiden Seiten zugänglich, und die Scheibe kann in beide Richtungen brechen. Ob auf beiden Seiten auch regelmäßig jemand steht, ist die zweite Frage – und die entscheidet.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt das in ihrer Information 202-087 wörtlich so:
„Bei Gläsern mit beidseitiger Zugänglichkeit (Türverglasungen, Glaswände) müssen konsequenterweise beide Seiten beklebt werden. Hierfür entstehen eventuell höhere Kosten als durch einen Austausch gegen Sicherheitsglas.“
Diese DGUV-Information ist an Arbeitsstätten, Schulen und Kitas adressiert, nicht an Privaträume. Der technische Kern gilt trotzdem überall: Bei einer beidseitig zugänglichen Glastür schützt eine einseitige Beklebung eben nur diese beklebte Seite.
Eine Seite oder beide – wie Sie das entscheiden
In der Beratung läuft die Entscheidung fast immer über drei Fragen:
- 🚪 Halten sich auf beiden Seiten regelmäßig Menschen auf? Innentür zwischen zwei Wohnräumen: ja. Terrassentür mit Wiese dahinter: eher nein.
- ⚽ Von welcher Seite kommt die Belastung? Spielzimmer, Hund, Flur mit Durchgangsverkehr – dort liegt die Stoßseite.
- 💶 Was bedeutet die zweite Seite fürs Budget? Sie benötigen entsprechend mehr Folienmaterial. Werkzeug müssen Sie deshalb nicht doppelt kaufen, der Montageaufwand steigt aber natürlich.
Für die meisten Glastüren im Wohnhaus ist die Innenseite die Seite, auf der es zählt: Dort wird gerannt, dort steht das Möbelstück, das beim Rücken abrutscht. Bei einer echten Zwischentür zwischen zwei genutzten Räumen ist die beidseitige Beklebung die ehrlichere Antwort.
Noch etwas fürs Budget: Die klaren Splitterschutzfolien kommen von der Rolle und werden auf volle Meter abgerechnet. Für den Preis wird deshalb auf den nächsten vollen Meter aufgerundet, bei zwei Seiten entsprechend doppelt. Das Bestellmaß selbst bleibt davon unberührt.
4, 7 oder 8 mil – worin sich die Folien unterscheiden
„mil“ ist die amerikanische Maßeinheit für Folienstärke: 1 mil entspricht rund 25 Mikrometer, also 0,025 Millimeter. Die Außenvariante der 4 mil liegt mit ihrem zusätzlichen Laminat etwas darüber. Mit 4, 7 und 8 mil stehen unterschiedlich starke Materialausführungen zur Verfügung. Dickere Sicherheitsfolien sind steifer und können bei der Selbstmontage anspruchsvoller zu verarbeiten sein.
Im Sortiment von Folienmarkt.de gibt es drei klare Splitterschutzfolien. Die Werte stammen aus den technischen Daten des jeweiligen Artikels:
| Folie | Materialstärke | Lichtdurchlass | Aufbau | Montageseite | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Splitterschutzfolien Klar 4 mil | 4 mil = 100 μm (Innenfolie), 110 μm (Außenfolie, mit Laminat) | 90 % innen, 85 % außen | 2-lagig (Innenfolie) | innen oder außen, im Konfigurator wählbar | klare Splitterschutzfolie für Innenbereiche; zusätzlich als Außenvariante erhältlich |
| Splitterschutzfolien Klar 7 mil SR | 7 mil = 175 μm | 90 % | 1-lagig | innen | stärkere klare Splitterschutzfolie für die Innenmontage |
| Splitterschutzfolien & Sicherheitsfolien Klar 8 mil SR | 8 mil = 200 μm | 90 % | 2-lagig | innen | 200-μm-Variante für Innenbereiche; zusätzlich als Antigraffiti- und Antikratzfolie beschrieben |
Bemerkenswert ist, was in dieser Tabelle nicht steht: ein Unterschied bei der Helligkeit. Innen liegen alle drei Folien bei 90 % Lichtdurchlass, die Außenvariante der 4 mil bei 85 %. Alle halten 99 % der UV-Strahlung zurück. Mehr Materialstärke bedeutet bei diesen drei Innenvarianten laut den technischen Daten also keinen geringeren Lichtdurchlass. Bezahlt wird woanders: Die dickere Folie ist steifer, verzeiht beim Andrücken weniger und kostet mehr.
Ein- oder zweilagig beschreibt den Folienaufbau, nicht die Schutzwirkung: Die 7 mil ist einlagig und trotzdem dicker als die zweilagige 4 mil. Vergleichbar ist die Materialstärke.
Alle drei Folien erfüllen laut Produktbeschreibung die Anforderungen nach DIN 52337 und EN 12600 – zwei Prüfungen dafür, wie sich Glas beim Stoß eines Körpers verhält.
Für Arbeitsstätten, Schulen und Kitas ist das nur der halbe Weg: Dort sieht die DGUV-Information zusätzlich vor, dass der Hersteller die Eignung durch ein Prüfzeugnis nach DIN EN 12600 nachweist. Ob ein solches Zeugnis für Ihren Fall nötig ist, klären Sie vor der Bestellung am besten telefonisch mit uns – im Privathaushalt stellt sich die Frage nicht.
Die Garantie liegt bei Innenmontage bei bis zu 10 Jahren gegen Vergilben und Abblättern; den genauen Wortlaut und die verbindliche Angabe nennt der Artikel im Shop. Eine Aussage über die tatsächliche Lebensdauer ist das nicht – wie lange eine Folie hält, hängt an Sonneneinstrahlung, Reinigung und Beanspruchung.
Prüfen Sie vorher, welches Glas in Ihrer Tür steckt. Für die 7 mil und die 8 mil nennt der Shop Einfach- und Isolierverglasung, klar oder getönt. Beim 4 mil steht im Artikel die weiter gefasste Angabe „alle glatten Glasflächen“. Einscheibensicherheitsglas, kurz ESG, ist in keiner der drei Angaben ausdrücklich genannt – und Türen und bodentiefe Elemente bestehen häufig genau daraus. Deshalb: produktbezogen prüfen und die Glasfreigabe beim Artikel beachten, bevor Sie bestellen.
Innen oder außen – welche Variante wann
Wichtig zuerst, weil hier die meisten Fehlkäufe entstehen: Eine Innentür zwischen zwei Räumen bekommt auf beide Seiten die ganz normale Innenfolie. Die Außenfolie brauchen Sie nur für die Seite, die im Wetter steht. An einer Terrassen-, Balkon- oder Haustür ist das die Außenseite – und nur dort. Wird wie üblich von innen beklebt, nehmen Sie die Innenfolie oder gleich die 7 mil beziehungsweise 8 mil. Die Außenfolie ist laminiert, hat also eine zusätzliche Schutzschicht gegen Witterung. Und hier wird die Auswahl schmal: Von den drei klaren Splitterschutzfolien ist die Splitterschutzfolien Klar 4 mil die einzige, die es als Außenvariante gibt. Die 7 mil und die 8 mil sind laut technischen Daten reine Innenfolien.
Der Unterschied steht im Variantenhinweis des Artikels: Die Innenfolie ist nicht laminiert und wäre draußen in kurzer Zeit von der Witterung beeinträchtigt. Die Außenfolie ist laminiert und für Außenanwendung gebaut. Im Konfigurator wählen Sie zwischen Innenfolie und Außenfolie; die Bezeichnung im Shop nennt jeweils die Garantiezeit dazu.
Bei Acrylglas oder Polycarbonat sollten Sie keine Glasfolie auf Verdacht verwenden. Für Kunststoffverglasungen gibt es speziell dafür vorgesehene Folien; prüfen Sie deshalb zuerst den Untergrund und wählen Sie eine dafür freigegebene Folie. Die passende Kategorie ist Folien für Kunststoffe.
Wie sichtbar die Folie an der Glastür bleibt
Die häufigste Sorge in der Beratung ist nicht die Sicherheit, sondern die Optik: Sieht man das nachher? Mit 90 % Lichtdurchlass bleibt die klare Folie optisch sehr zurückhaltend. Je nach Lichteinfall können Sie vor allem die Folienkante oder leichte Reflexionen erkennen – und die Kante hängt am Zuschnitt, nicht an der Folie.

Zwei Dinge sind nach der Montage vorübergehend sichtbar und werden regelmäßig für einen Mangel gehalten:
- 💧 Restfeuchtigkeit und milchige Stellen. Sie verschwinden, wenn das Wasser unter der Folie verdunstet ist. Je nach Temperatur dauert das mehrere Tage bis Wochen.
- 🔍 Feine Schlieren im Streiflicht. Auch die geben sich mit der Trocknung.
Was die Folie nicht leistet: Sichtschutz. Sie ist klar, man schaut hindurch wie vorher. Wenn die Glastür zusätzlich blickdicht werden soll, ist das eine andere Produktgruppe – dafür gibt es die Sichtschutzfolien. Soll die Tür zusätzlich Hitze abhalten, ist die Splitterschutzfolien Silber 80 SR innen dunkel 4 mil die Variante, die Splitterschutz und Sonnenschutz verbindet – allerdings mit deutlich dunklerer Optik.
Montage an der Glastür Schritt für Schritt
Die Nassmontage ist bei allen drei Folien identisch. Was Sie brauchen: Sprühflasche mit 500 ml Wasser und 15 ml Montagekonzentrat, einen Rakel, also das flache Kunststoffbrett zum Andrücken, ein scharfes Cuttermesser, ein fusselfreies Tuch und ein Maßband. Rakel, Cuttermesser und das Montagekonzentrat kommen gebündelt in den Montagesets; Sprühflasche, Tuch und Maßband kommen dazu. Reinigen Sie nach Herstellerhinweis und nur mit Mitteln, die für die vorhandene Verglasung geeignet sind. Klingen und Schaber gehören nicht auf Ganzglastüren.
- Glasfläche gründlich reinigen und vollständig entfetten. Das ist der Schritt, an dem das Ergebnis hängt.
- Folie grob mit Überstand zuschneiden, damit Sie nach dem Ausrichten sauber nachtrimmen können.
- Scheibe großzügig einsprühen, Trägerfolie – die Schutzschicht auf der Klebeseite – abziehen und dabei die freigelegte Klebeseite ebenfalls einsprühen.
- Folie auflegen und ausrichten – solange Flüssigkeit dazwischen ist, lässt sie sich verschieben.
- Die Flüssigkeit mit dem Rakel von der Mitte nach außen herausdrücken, erst senkrecht, dann waagerecht.
- Überstand mit 1 bis 1,5 mm Abstand zum Rahmen abschneiden. Direkt an der Kante geschnitten lösen sich die Ränder später am ehesten. Danach mit einem Tuch um den Rakel trocken nacharbeiten.
Wenn Sie statt Meterware einen fertigen Zuschnitt bestellen, geben Sie das lichte Glasmaß abzüglich 4 mm in Höhe und Breite ein – mit Zuschlag bestellt passt die Folie nicht mehr in die Dichtung. Zuschnitte sind bis maximal 300 cm möglich; darüber kommt je nach Anwendung Meterware infrage.
Bei einer Glastür kommt eine Besonderheit dazu: Das Türblatt bewegt sich. Arbeiten Sie an einer geöffneten, festgestellten Tür, damit die Scheibe während des Rakelns nicht nachgibt. Große Bahnen sind zu zweit deutlich einfacher.
Wie lange die Montage dauert, hängt an Größe, Anzahl und Zugänglichkeit der Glasfelder. Planen Sie die erste Tür großzügig und die folgenden knapper.
Pflege: der wunde Punkt der Splitterschutzfolie
Die DGUV nennt in derselben Information einen Nachteil, der in Verkaufstexten selten auftaucht: Splitterschutzfolien haben eine relativ geringe Kratzfestigkeit. Die 8 mil ist laut Produktbeschreibung als einzige der drei zusätzlich als Antigraffiti- und Antikratzfolie einsetzbar. Geht es Ihnen vor allem um Kratz- und Graffitischutz, gibt es dafür eine eigene Produktgruppe: die Anti-Graffiti- und Antikratz-Folien. Für alle drei gilt trotzdem: schonend reinigen.
Für die Reinigung heißt das:
- Weiches Tuch, Fensterleder oder Gummiwischer, milde Reinigungsmittel ohne Scheuerzusätze.
- Keine Klingen auf der beklebten Fläche – die Folie ist weicher als Glas und nimmt Kratzer dauerhaft mit.
- Erst reinigen, wenn die Folie vollständig durchgetrocknet ist.
Abziehen lassen sich die Folien wieder; Klebereste sind je nach Produkt, Alter und Untergrund möglich und lassen sich mit Glasreiniger und einem für die Verglasung geeigneten Mittel vom blanken Glas entfernen.
Wenn Splitterschutz nicht das richtige Ziel ist
Eine Splitterschutzfolie sorgt für ein sicheres Bruchverhalten. Sie verhindert nicht, dass jemand die Scheibe absichtlich einschlägt. Wer eine Glastür gegen Einbruch sichern will, braucht eine andere Folienklasse: Die A1 Einbruchschutzfolien Klar 12 mil SR ist dreilagig, 300 μm stark und nach DIN 52290 Teil 4 und DIN EN 356 als angriffshemmend zertifiziert, also darauf geprüft, dass sie einem Angriff von außen Widerstand entgegensetzt. Der Shop nennt für sie einen besonders hohen Widerstand gegen Durchwurf nach Klasse P2A – das ist eine der Prüfstufen dafür, wie gut eine Verglasung einem geworfenen Gegenstand standhält. Die Übersicht dazu steht in der Kategorie Einbruchschutzfolien.
Und wenn die Scheibe ohnehin getauscht wird, ist Sicherheitsglas die bauliche Lösung. Die Folie ist die Nachrüstung für bestehendes Glas – wie der Zuschnitt von der Rolle funktioniert, steht in Glasbruchschutz nachrüsten – Splitterschutzfolie nach Maß.
Häufige Fragen zu Splitterschutzfolien an Glastüren
Muss eine Glastür auf beiden Seiten beklebt werden?
Technisch gesehen ja, sobald beide Seiten zugänglich sind. Eine Vorgabe für Privaträume enthält die DGUV-Information nicht. Die DGUV Information 202-087 schreibt für Türverglasungen und Glaswände ausdrücklich, dass konsequenterweise beide Seiten beklebt werden müssen. Diese Information ist eine Empfehlung für Arbeitsstätten, Schulen und Kitas, kein Gesetz für Privaträume. Ob und wie das in einer konkreten Arbeitsstätte umzusetzen ist, beurteilt die Fachkraft für Arbeitssicherheit im Einzelfall. Im privaten Einfamilienhaus entscheiden Sie selbst – dann sollten Sie die Seite wählen, von der die Belastung kommt, und wissen, dass eine einseitige Beklebung eben nur diese Seite schützt.
Welche Folienstärke ist für eine Glastür sinnvoll?
Die Varianten mit 4, 7 und 8 mil unterscheiden sich vor allem in Materialstärke und Aufbau. Welche Stärke für Ihre Glastür sinnvoll ist, hängt deshalb nicht nur von der Größe der Scheibe ab, sondern auch von Nutzung, Beanspruchung und den Anforderungen an die Verglasung. Für eine private Innentür kann die 4-mil-Variante eine passende Lösung sein; bei stärker beanspruchten Bereichen lohnt der Blick auf 7 oder 8 mil. Innen lassen alle drei 90 Prozent des Tageslichts durch; nur die Außenvariante der 4 mil liegt bei 85 Prozent. Die dickere Folie kostet also keine Helligkeit, sondern mehr Sorgfalt bei der Montage. Prüfen Sie vorab, welches Glas in der Tür steckt, und lesen Sie die Freigabe beim konkreten Artikel – sie fällt je nach Folie unterschiedlich aus.
Kann ich Splitterschutzfolie außen auf die Terrassentür kleben?
Nur mit einer laminierten Außenfolie. Von den klaren Splitterschutzfolien gibt es allein die Klar 4 mil als Außenvariante; die 7 mil SR und die 8 mil SR sind nach ihren technischen Daten Innenfolien. Eine Innenfolie draußen wäre in kurzer Zeit von der Witterung beeinträchtigt.
Ersetzt eine Splitterschutzfolie Sicherheitsglas?
Nein. Sicherheitsglas – Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG), also zwei durch eine Folie verbundene Scheiben – wird beim Einbau der Scheibe entschieden, die Folie ist die Nachrüstung für vorhandenes Glas. Wichtig dabei: Viele Türen und bodentiefe Elemente bestehen bereits aus ESG. ESG ist in keiner der Glasfreigaben ausdrücklich genannt, deshalb gilt hier produktbezogen prüfen und die Glasfreigabe beim Artikel beachten. Und weil die beidseitige Beklebung einer Türverglasung laut DGUV teurer werden kann als ein Scheibentausch, lohnt bei sehr großen Flächen das Nachrechnen. Für vorhandenes Glas bleibt die Nachrüstung die passende Lösung – die Auswahl steht in der Kategorie Splitterschutzfolien.
Schützt eine Splitterschutzfolie vor Einbruch?
Nein, dafür ist sie nicht gebaut. Splitterschutz heißt sicheres Bruchverhalten, nicht Durchbruchhemmung – das sind zwei verschiedene Prüfungen. Auch die 8 mil ist keine Einbruchschutzfolie, nur eine dickere Splitterschutzfolie. Wer die Scheibe selbst gegen gewaltsames Öffnen härten will, braucht eine nach DIN EN 356 geprüfte Einbruchschutzfolie.
Wie empfindlich ist die Oberfläche der Folie?
Empfindlicher als Glas. Die DGUV nennt die relativ geringe Kratzfestigkeit als Eigenschaft von Splitterschutzfolien. Von den drei klaren Folien weist der Shop nur die 8 mil zusätzlich als Antigraffiti- und Antikratzfolie aus. Reinigen Sie in jedem Fall mit weichem Tuch und mildem Mittel und halten Sie Klingen von der beklebten Fläche fern.
Wie lange gilt die Garantie auf Splitterschutzfolien?
Bei Innenmontage bis zu 10 Jahre gegen Vergilben und Abblättern. Für die Außenvariante der Klar 4 mil nennt der Shop 5 Jahre auf senkrechten und 3 Jahre auf geneigten Flächen. Verbindlich steht die Garantiezeit beim jeweiligen Artikel im Shop. Garantie ist dabei nicht dasselbe wie Lebensdauer – wie lange eine Folie tatsächlich hält, hängt an Standort, Sonneneinstrahlung und Pflege.
Im Gespräch: Splitterschutz an der Glastür
Im Gespräch mit einem Fensterfolien-Experten von Folienmarkt.de – einem Unternehmen, das seit 19 Jahren Fensterfolien plant und liefert.
Sie sagen, die Glastür sei der Sonderfall. Warum eigentlich?
Weil sie im Raum steht. Ein Fenster hat eine Innen- und eine Außenseite, und draußen steht niemand. Bei einer Glastür zwischen Flur und Wohnzimmer stehen auf beiden Seiten Menschen, und die Scheibe kann in beide Richtungen brechen. Die Folie klebt aber nur da, wo sie klebt. Das ist der ganze Unterschied, und er wird ständig übersehen, weil man von Fenstern kommt und die Denkweise mitnimmt.
Bei uns ist die Tür nur von innen gut erreichbar. Reicht das?
Für ein Türseitenteil neben der Haustür meistens ja, da halten sich außen selten Leute auf. Für eine Zwischentür zwischen zwei Wohnräumen ist es die halbe Lösung. Ich sage den Leuten dann: Nehmen Sie die Seite, von der die Belastung kommt. Wo wird gerannt, wo steht der Kinderwagen, wo rutscht beim Möbelrücken etwas ab. Das ist die Seite. Wichtig ist nur, das nicht mit der Frage Innen- oder Außenfolie zu verwechseln – die hängt daran, ob die Seite im Wetter steht, nicht daran, wie gut Sie herankommen.
Woran merke ich, dass ich zur dickeren Folie greifen sollte?
An Nutzung und Beanspruchung, nicht allein an der Türgröße. Für eine private Innentür ist die 4 mil oft eine passende Lösung. Wo viel Betrieb ist, schaue ich mir 7 oder 8 mil an – im Zweifel stimmen wir die konkrete Anwendung vor der Bestellung ab. Und was viele überrascht: Sie zahlen dafür kein Tageslicht. Innen liegen alle drei bei 90 Prozent Lichtdurchlass. Sie zahlen mit Geld und mit Geduld bei der Montage.
Was geht bei der Selbstmontage am häufigsten schief?
Die Reinigung. Nicht das Rakeln, nicht der Zuschnitt – die Reinigung. Jedes Staubkorn, das auf der Scheibe bleibt, ist nachher eine Blase, und an dieser Stelle klebt die Folie schlechter. Die DGUV führt genau das als typischen Laienfehler auf, zusammen mit einem zu weiten Abstand zum Rahmen. Wer sich für die Vorbereitung doppelt so viel Zeit nimmt wie fürs Aufziehen, macht es richtig herum.
Nach der Montage sieht die Tür milchig aus. Ist das ein Mangel?
Nein, das ist Wasser. Zwischen Glas und Folie bleibt immer etwas Montageflüssigkeit stehen, und die muss verdunsten. Bei warmem Wetter sind das ein paar Tage, im Winter an einer kühlen Tür können es Wochen werden. Solange nichts blubbert und die Kanten liegen, lassen Sie es einfach in Ruhe.
Und wenn jemand einbrechen will – hilft die Folie dann?
Nein, und das sage ich jedem, der danach fragt. Splitterschutz heißt: Wenn die Scheibe bricht, fliegen die Stücke nicht durch den Raum. Einbruchhemmung ist eine eigene Prüfung mit eigenen Normen. Dafür haben wir die A1 Einbruchschutzfolie mit 300 Mikrometer und dreilagigem Aufbau. Wer beides will, kauft die Einbruchschutzfolie, nicht die dicke Splitterschutzfolie.
Was raten Sie jemandem, der noch unsicher ist?
Muster bestellen und an die eigene Tür halten. Das kostet nichts und beantwortet die Frage, die uns am häufigsten erreicht: Sieht man das nachher? Und wer dann noch schwankt zwischen einer und zwei Bahnen, soll sich fragen, ob auf der anderen Seite wirklich jemand steht. Meistens weiß man die Antwort sofort.
Interview-Fazit: die Seite entscheidet, dann die Stärke
An einer Glastür ist die erste Frage nicht, wie dick die Folie sein soll, sondern welche Seite überhaupt geschützt wird. Ist das geklärt, ist die Stärke eine Frage von Nutzung, Beanspruchung und Verglasung – und keine Frage von Tageslicht, weil die drei klaren Folien innen alle bei 90 Prozent Lichtdurchlass liegen.

Quellen – Splitterschutzfolien an Glastüren
Die folgenden beiden Quellen belegen die Aussagen zu Bruchverhalten, Prüfung und beidseitiger Beklebung in diesem Beitrag. Alle Produktangaben stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.
1. DGUV Information 202-087 – Mehr Sicherheit bei Glasbruch
Status: Publikation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
Publikation: „Mehr Sicherheit bei Glasbruch“, Ausgabe Oktober 2018, Abschnitt 3.9 Splitterschutzfolien
Belegte Aussagen:
- „Bei Gläsern mit beidseitiger Zugänglichkeit (Türverglasungen, Glaswände) müssen konsequenterweise beide Seiten beklebt werden. Hierfür entstehen eventuell höhere Kosten als durch einen Austausch gegen Sicherheitsglas.“
- „Die Eignung der verwendeten Splitterschutzschutzfolie [sic] ist vom Hersteller durch ein Prüfzeugnis nach DIN EN 12600 nachzuweisen.“
- Splitterschutzfolien „haben eine relativ geringe Kratzfestigkeit“.
- „Die Anbringung durch Laien kann zu unbefriedigenden Ergebnissen führen (Verstaubung infolge elektrostatischer Aufladung bei der Verlegung, Gefahr der Riss- oder Blasenbildung, zu weiter Abstand zum Rahmen bzw. zur Gummilippe).“
2. DIN EN 12600 – Glas im Bauwesen, Pendelschlagversuch
Status: Europäische Prüfnorm, veröffentlicht über DIN Media
Publikation: DIN EN 12600 „Glas im Bauwesen – Pendelschlagversuch“, Ausgabe 2003-04
Belegte Aussage: Die Norm legt den Pendelschlagversuch fest, mit dem das Verhalten von Flachglas beim Stoß eines menschlichen Körpers geprüft und klassifiziert wird. Sie ist die Prüfgrundlage, auf die sich die Produktangaben der Splitterschutzfolien beziehen.