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Kälteschutzfolie innen: Was sagen Tests, welche Werte zählen?

Wer im Herbst einen Test für Kälteschutzfolien sucht, landet oft bei Ergebnissen aus dem Sommer: Hitzestunden, Scheibentemperaturen, Folien für die Außenseite. Das ist kein Zufall, denn der Test, den die meisten meinen, hat Sonnenschutzfolien geprüft. Für die Frage, welche Folie im Winter die Wärme im Raum hält, taugen diese Ergebnisse nur begrenzt – und im ungünstigen Fall führen sie zur falschen Folie.

Aus 19 Jahren Beratung wissen wir: Die Enttäuschung entsteht selten an der Folie, sondern an der Erwartung. Deshalb zeigt dieser Beitrag, was der bekannte Test tatsächlich gemessen hat, welche Zahl im Datenblatt den Winter beschreibt und wie Sie mit einem Feuerzeug selbst prüfen, ob Ihre Verglasung zur Folie passt.

Was der bekannte Warentest wirklich geprüft hat

Die Stiftung Warentest hat im Juni 2021 elf Folien getestet – und zwar ausdrücklich Sonnenschutzfolien zur Anbringung auf der Außenseite von Fenstern. Gemessen wurden unter anderem Lichtdurchlass, Spiegelung und wie gut die Folien Sonnenenergie abhalten; dazu kam ein Bewitterungstest mit Kälte-Wärme-Zyklen und UV-Bestrahlung.

Bemerkenswert ist ein Satz aus der Zusammenfassung: Die Folien halten Hitze draußen, aber „im Winter erhöhen Folien die Heizkosten“. Der Grund steht im Test gleich dabei: Die Folien bleiben dauerhaft auf den Fenstern – auch dann, wenn die Sonnenwärme im Winter willkommen wäre. Ein Testergebnis für Sonnenschutzfolien ist deshalb keine Empfehlung für den Kälteschutz, eher im Gegenteil. Für die kalte Jahreszeit führen wir eine eigene Isolier- und Kälteschutzfolie für die Innenseite.

Dasselbe gilt für unseren eigenen Test mit Sonnenschutzfolien am Fenster: Dort haben wir im Sommer die Scheibentemperatur gemessen, mit einer Sonnenschutzfolie, nicht mit einer Kälteschutzfolie. Für den Winter braucht es eine andere Zahl.

Sommerwerte und Winterwerte: zwei verschiedene Zahlen

Weißes Zweiflügelfenster im Wohnzimmer an einem Winterabend, draußen verschneite Bäume, darunter ein Heizkörper, daneben ein Sessel mit Wolldecke

In vielen Datenblättern von Fensterfolien stehen zwei Kennwerte, die gern verwechselt werden. Das Umweltbundesamt rät bei neuen Verglasungen, nicht nur auf den U-Wert zu schauen, sondern sich auch zum g-Wert beraten zu lassen:

  • g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad): wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe in den Raum gelangt. Das ist die Sommerzahl – je niedriger, desto weniger Hitze kommt herein, im Winter aber auch weniger kostenlose Sonnenwärme.
  • U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): wie viel Wärme durch die Scheibe nach draußen verloren geht, je niedriger, desto besser. Er steht in manchen Folien-Datenblättern, lässt sich zwischen Folien aber nur vergleichen, wenn er auf demselben Glas ermittelt wurde.

Wer eine Kälteschutzfolie vergleicht, sucht deshalb zuerst nach einer ausdrücklich genannten Winterwirkung wie der Wärmeverlustreduktion. Ein niedriger g-Wert ist für den Kälteschutz kein Qualitätsmerkmal, sondern eher ein Nachteil. Auch die Kälteschutzfolie lässt etwas weniger Sonnenwärme herein, laut Datenblatt liegt ihr g-Wert bei 0,61. Ihr Vorteil ist die ausdrückliche Winterangabe.

Drei Folien im Wintervergleich nach Datenblatt

Wie unterschiedlich die Folien für den Winter taugen, zeigt ein Blick in die technischen Tabellen unseres Sortiments. Die drei Folien unten stehen für drei Fälle: eine klare Folie ohne Wärmefunktion, die Kälteschutzfolie und eine sehr dunkle Sonnenschutz-Spiegelfolie. Sortiert ist von hell nach dunkel.

Wintervergleich dreier Folien nach Datenblatt
Folie Montageseite Licht g-Wert Winterwirkung laut Datenblatt
Splitterschutzfolie Klar 4 mil (Außenfolie) außen 85 % 0,83 keine genannt
Isolierfolien und Kälteschutzfolien innen 60 % 0,61 Wärmeverlustreduktion bis 34 %
Spiegelfolie Silber 99 EX extrem stark außen 1 % 0,03 keine genannt

Nur eine der drei Folien nennt ausdrücklich eine Wirkung im Winter: die Kälteschutzfolie mit einer Wärmeverlustreduktion von bis zu 34 %. Die Spiegelfolie hält im Sommer fast die gesamte Sonnenenergie draußen, im Winter allerdings auch die willkommene Sonnenwärme. Eine Sonnenschutzfolie ist kein Ersatz für den Kälteschutz – wer im Winter Wärme halten will, greift zur Isolierfolie für die Innenseite.

Dazu gehört eine Einschränkung: Einen U-Wert nennen die Datenblätter teils auch bei Sonnenschutz- und Splitterschutzfolien, aber ohne Angabe, auf welchem Glas er ermittelt wurde. Nebeneinanderlegen lassen sich diese Zahlen deshalb nicht. Verlässlicher ist die Frage, ob ein Datenblatt ausdrücklich eine Wirkung für den Winter angibt.

Was „bis 34 %“ für die Heizkosten bedeutet

Die 34 % nennt das Datenblatt als Wärmeverlustreduktion im Winter; laut Produktbeschreibung hängt die Ersparnis von der Art der Verglasung ab. Wie viel davon auf der Heizkostenabrechnung ankommt, hängt auch am Anteil der Fenster: Nach Angaben des Umweltbundesamts verlieren die Fenster eines unsanierten Hauses 20 bis 40 % der gesamten Heizwärme. Davon wiederum entfallen 15 bis 35 % auf den Rahmen – und am Rahmen ändert eine Folie nichts. Zieht es aus Fugen oder porösen Dichtungen, liegt das Problem am Rahmen und nicht am Glas; dort hilft keine Folie.

Der Test am eigenen Fenster: Feuerzeug statt Labor

Teelicht auf der Fensterbank vor einer Zweifachverglasung, in der Scheibe vier gespiegelte Flammen, eine davon rötlicher als die anderen

Einen Labortest brauchen Sie für die wichtigste Frage nicht. Das Umweltbundesamt beschreibt einen einfachen Weg, die eigene Verglasung zu erkennen: Halten Sie abends ein Feuerzeug oder eine Kerze vor die Scheibe. An jeder Glasoberfläche spiegelt sich die Flamme einmal.

  • Ein Flammenpaar: eine einzelne Scheibe, also Einfachverglasung. Sie ist für die Folie freigegeben, und hier wirkt die Folie am stärksten.
  • Zwei Flammenpaare in gleicher Farbe: Zweifachverglasung ohne Wärmeschutzbeschichtung. Auch hier ist die Folie freigegeben, allein auf der Innenseite und ohne zusätzliche Außenfolie. Weil sie deutlich weniger Sonnenwärme abfängt als eine Sonnenschutz- oder Spiegelfolie, staut sich zwischen den Scheiben kaum Wärme. Die Einsparung fällt auf Isolierglas allerdings deutlich geringer aus als auf Einfachglas.
  • Drei Flammenpaare: Dreifachverglasung, ebenfalls Isolierglas.
  • Eine Flamme mit sichtbar anderer Farbe: Die Scheibe trägt bereits eine Wärmeschutzbeschichtung. Diese Glasart nennt die Freigabe der Folie nicht.

Der Hinweis zur Glasbruchvermeidung im Datenblatt nennt Einfachverglasung und Isolierverglasung, jeweils klar oder getönt. Zeigt Ihr Feuerzeugtest drei Flammenpaare oder eine andersfarbige Flamme, oder besteht die Scheibe aus Sicherheitsglas, was der Test nicht zeigt, klären Sie die Eignung vor dem Kauf per E-Mail an info@folienmarkt.de oder telefonisch unter +49 2203 61642. Struktur- und Ornamentglas scheidet aus, weil die Folie feucht montiert wird und sich die Flüssigkeit an den Unebenheiten nicht ausrakeln lässt. Acryl, Polycarbonat und Stegplatten sind kein Glas; für diese Scheiben gibt es eigene Folien für Kunststoffe, eine Winterangabe wie bei der Kälteschutzfolie führt dort allerdings keine.

Das Muster zeigt die Tönung, nicht die Wärme

Ein Muster beantwortet eine andere Frage als das Datenblatt. Die Kälteschutzfolie hat eine Lichtsichtbarkeit von 60 % und ist damit leicht getönt, nicht unsichtbar. Wie das im eigenen Raumlicht wirkt, zeigt nur ein kostenloses Folienmuster an der Scheibe. Die Wärmewirkung dagegen lässt sich an einem kleinen Stück nicht erfühlen – dafür steht die Winterangabe im Datenblatt.

Wie lange die Folie hält: Garantie und Versiegelung

Wie lange die Folie hält, beantwortet am verbindlichsten die Garantie: Für die Kälteschutzfolie gibt der Shop 10 Jahre Garantie gegen Vergilben, Abblättern und Entmetallisieren an, die Bedingungen stehen in Ziffer 10 der AGB. Verbindlich ist immer die Angabe beim Artikel.

Weil die Folie eine dünne Metalllegierung trägt, empfiehlt das Datenblatt, die Folienkanten nach der Montage mit transparentem Silikon zu versiegeln, damit die Legierung nicht oxidiert. Geeignet ist das Silikon Neutral – Premium; Rakel und Zubehör für die Montage stecken im Montageset Standard. Wie die Folie Schritt für Schritt aufgebracht wird, beschreibt die Montageanleitung, die jeder Bestellung beiliegt. Einen ersten Eindruck vom Ablauf gibt unser Montagevideo; maßgeblich bleibt die Anleitung zur Folie.

Die Folie gibt es als Zuschnitt, als Meterware in ganzen Laufmetern oder als Rolle. Beim Zuschnitt geben Sie das lichte Glasmaß abzüglich 4 mm in Höhe und Breite an; zugeschnitten wird nur rechteckig, bis 150 cm Breite und 300 cm Höhe. Ist die Scheibe breiter, werden mehrere Bahnen Stoß an Stoß montiert. Die Kälteschutzfolie ist eine reine Innenfolie; eine Ausführung für die Außenseite gibt es nicht.

Häufige Fragen zum Kälteschutzfolien-Test

Gibt es einen Warentest für Kälteschutzfolien?

Der bekannte Test der Stiftung Warentest vom Juni 2021 hat elf Sonnenschutzfolien für die Außenseite von Fenstern geprüft, keine Kälteschutzfolien. Die Stiftung schreibt dort selbst, dass diese Folien im Winter die Heizkosten erhöhen. Ein Testsieger für den Winter lässt sich daraus nicht ablesen.

Welcher Wert zeigt den Kälteschutz einer Folie?

Den Wärmeverlust beschreibt der U-Wert: Er gibt an, wie viel Wärme das Glas nach außen durchlässt, und ein kleinerer Wert ist besser. Weil Folien-Datenblätter ihn ohne Angabe des Glases nennen, zählt beim Vergleich vor allem eine ausdrücklich genannte Winterwirkung. Unsere Kälteschutzfolie nennt eine Wärmeverlustreduktion im Winter von bis zu 34 %. Der g-Wert ist dagegen die Kennzahl für den Sommer.

Hilft eine Sonnenschutzfolie auch im Winter?

Nur wenig. Je nach Folientyp halten Sonnenschutzfolien etwas Wärme zurück, aber deutlich weniger als eine spezielle Kälteschutzfolie. Zugleich halten sie auch im Winter Sonnenwärme draußen, laut Stiftung Warentest steigen dadurch die Heizkosten. Für den Winter ist die Isolier- und Kälteschutzfolie für die Innenseite gedacht.

Woran erkenne ich, ob meine Verglasung passt?

Halten Sie ein Feuerzeug vor die Scheibe und zählen Sie die gespiegelten Flammen. Ein Paar steht für Einfachglas, dort passt die Folie und wirkt am stärksten. Zwei gleichfarbige Paare zeigen eine Zweifachverglasung; auch dort dürfen Sie die Folie allein auf die Innenseite kleben, sie spart dort aber deutlich weniger Wärme als auf Einfachglas. Bei drei Paaren oder einer andersfarbigen Flamme klären Sie die Eignung vor dem Kauf mit uns.

Wird der Raum mit der Folie dunkler?

Etwas, denn die Folie ist leicht getönt. Die Lichtsichtbarkeit liegt laut Datenblatt bei 60 %. Wie das in Ihrem Raum wirkt, zeigt ein kostenloses Muster an der eigenen Scheibe besser als jedes Foto.

Spart die Folie wirklich 34 % Heizkosten?

Als Höchstwert nennt das Datenblatt bis zu 34 % weniger Wärmeverlust im Winter, und wie viel davon erreicht wird, hängt laut Produktbeschreibung von der Verglasung ab. Wie viel auf der Heizkostenabrechnung ankommt, hängt davon ab, welchen Anteil die Fenster am gesamten Wärmeverlust haben, denn Rahmen, Wände und Dach verlieren ebenfalls Wärme. Eine seriöse Euro-Angabe lässt sich ohne Ihre Fensterflächen und Verbrauchsdaten nicht machen.

Nachgefragt: Kälteschutz in der Beratungspraxis

Wonach fragen Kunden zuerst, wenn es um kalte Fenster geht?

Nach der Folie mit dem besten Testergebnis. Unsere erste Gegenfrage lautet dann: Welches Glas haben Sie? Solange das nicht geklärt ist, hilft der beste Datenblattwert nichts. Der Feuerzeugtest ist schnell gemacht und kann eine Fehlbestellung ersparen.

Und wenn schon eine Sonnenschutzfolie auf der Scheibe klebt?

Dann kommt es darauf an, auf welcher Seite sie klebt und welches Glas Sie haben. Eine Außenfolie als Partner braucht die Kälteschutzfolie nicht, auch auf Zweifachglas nicht. Ob sie zu der vorhandenen Folie passt und wie dunkel die Scheibe mit beiden Folien wird, klären wir vorher mit Ihnen. Den Kälteschutz ersetzt die Sonnenschutzfolie jedenfalls nicht.

Zum Schluss: Was sollte man von der Folie nicht erwarten?

Dass sie ein undichtes Fenster dicht macht. Die Folie wirkt auf dem Glas, nicht auf Fugen und Dichtungen. Gegen Zugluft ist deshalb die Dichtung der erste Schritt.

Mit geprüfter Verglasung finden Sie die Folie direkt im Shop. Wer zuerst die Tönung im eigenen Raum sehen möchte, beginnt mit dem Muster:

Interview-Fazit: Erst den Winterwert lesen, dann kaufen

Ein Sommertest sagt über den Kälteschutz wenig aus. Wer vergleichen will, sucht im Datenblatt die Winterangabe, prüft sein Glas mit dem Feuerzeug und sieht sich die Tönung am Muster an.

Quellen – Folientests, U-Wert und Verglasung im Winter

Die folgenden beiden Quellen belegen die Aussagen zum Warentest, zu U-Wert und g-Wert, zum Wärmeverlust über Fenster und Rahmen sowie zum Feuerzeugtest. Alle Produktangaben stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.

1. Stiftung Warentest: Sonnenschutzfolien im Test

Status: Stiftung Warentest, Testbericht

Publikation: Sonnenschutzfolien im Test – Erschwinglicher Hitzeschutz für das Fenster, 11.06.2021, mit Unterseite „So haben wir getestet“

Belegte Aussagen:

  • „Im Test: 11 Sonnenschutzfolien zur Anbringung auf der Außenseite von Fenstern.“
  • „Drinnen wird es dunkler und im Winter erhöhen Folien die Heizkosten.“
  • Die Bewitterungsprüfung umfasste Kälte-Wärme-Zyklen und UV-Bestrahlung.

Link: test.de – Sonnenschutzfolien im Test und test.de – So haben wir getestet

2. Umweltbundesamt: Wände und Fenster richtig dämmen

Status: Umweltbundesamt, Umwelttipp für den Alltag

Publikation: Weniger Wärmeverluste, mehr Komfort: Wände und Fenster richtig dämmen, zuletzt aktualisiert am 30.08.2024

Belegte Aussagen:

  • „Die Fenster eines unsanierten Hauses verlieren 20 bis 40 Prozent der gesamten Heizwärme“
  • „Auf den Rahmen entfallen 15 bis 35 Prozent des Wärmeverlustes des gesamten Fensters.“
  • Bei neuen Verglasungen nicht nur auf den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) achten, sondern auch auf den g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad).
  • Feuerzeugtest: An jeder Glasoberfläche spiegelt sich die Flamme; zwei Flammenpaare zeigen eine Zweifachverglasung, eine andersfarbige Flamme eine Wärmeschutzbeschichtung.

Link: umweltbundesamt.de – Wände und Fenster richtig dämmen