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Gibt es statische Sonnenschutzfolie ohne Kleber gegen Hitze?

Wer nach einer statischen Sonnenschutzfolie sucht, hat meist einen guten Grund: Mietwohnung, empfindliche Scheiben oder schlicht die Sorge vor Klebeschichten, die sich nicht mehr entfernen lassen. Im Sortiment trägt aber nur eine Gruppe das Merkmal „ohne Kleber“: die Adhäsionsfolien – und die sind Sichtschutzfolien. Dieser Beitrag zeigt an den Datenblättern, warum das kein Zufall ist, und was stattdessen gegen Hitze am Fenster wirkt.

Die kurze Antwort: nein

Eine klebefreie Folie, die Hitze aus dem Raum hält, gibt es in unserem Sortiment nicht. Die acht Adhäsionsfolien haften rein statisch auf glattem Glas – beim Anbringen werden Folie und Scheibe mit Wasser benetzt – und sie sind ausnahmslos in der Kategorie Sichtschutzfolien einsortiert. In ihren Datenblättern steht kein einziger Wert zur Wärmewirkung: keine reduzierte Strahlung, keine Hitzereduktion, keine Infrarotreduktion.

Das ist keine Lücke in der Produktpflege, sondern eine Bauartfrage. Adhäsionsfolien bestehen aus einer PVC-Folie von rund 250 bis 300 µm, also etwa einem Viertel bis einem Drittel Millimeter, ohne metallische Beschichtung. Genau diese Beschichtung ist es aber, die bei einer Sonnenschutzfolie die Wärmestrahlung zurückwirft oder aufnimmt, bevor sie in den Raum gelangt. Wer Hitze aussperren will, braucht deshalb eine Sonnenschutzfolie mit Kleber – oder, wenn am Glas gar nicht geklebt werden darf, ein Folienrollo von innen.

Was eine Adhäsionsfolie laut Datenblatt kann

Die Enttäuschung entsteht selten am Produkt, sondern an der Erwartung. Deshalb hier, was in den Datenblättern der Adhäsionsfolien tatsächlich steht – und was eben nicht:

  • Sichtschutz in Milchglasoptik, je nach Dekor mit Bambus-, Reis-, Blatt- oder Mosaikstruktur
  • UV-Schutz bis zu 99 %, also Schutz vor dem Ausbleichen von Möbeln und Textilien
  • 10 Jahre Garantie auf die Haftung bei sachgemäßer Anwendung
  • abnehmbar und wiederverwendbar; da kein Klebstoff im Spiel ist, bleibt am Glas nichts zurück
  • kein Wert zur Wärmewirkung – weder reduzierte Strahlung noch Hitzereduktion; diese Zeilen führen nur die Sonnenschutzfolien
  • 📏 Rollenbreite 92 cm, zuschneidbar bis 90 cm Breite – nur die Office kommt von einer 46 cm breiten Rolle und geht bis 44 cm; breitere Scheiben brauchen mehrere Bahnen Stoß an Stoß
  • nur innen und nur auf glattem Glas – auf strukturierten Scheiben halten sie nicht, dort führt der Weg zum Sonnenschutzrollo; für Acryl und Polycarbonat gibt es eigene Folien für Kunststoffe

Für einen Praxisraum, ein Bad oder eine Mietwohnung ist das eine gute Lösung – für einen aufgeheizten Südraum ist es die falsche Folie; dort hilft nur eine Sonnenschutzfolie.

Warum 99 % UV-Schutz nichts über Hitze sagt

Dieser Punkt kostet die meisten Fehlkäufe. Sonnenschutzfolien tragen im Datenblatt ebenfalls „UV-Schutz: 99 %“ – derselbe Wert wie bei der Adhäsionsfolie. Er taugt deshalb nicht zur Unterscheidung, denn er beschreibt einen anderen Teil des Sonnenlichts als die Wärme.

Das Bundesamt für Strahlenschutz ordnet die Bereiche so: UV-Strahlung umfasst die Wellenlängen von 100 bis 400 Nanometer, Infrarotstrahlung – „auch als Wärmestrahlung bezeichnet“ – schließt sich an das sichtbare Licht an und reicht von 780 Nanometer bis 1 Millimeter. Wärme und UV liegen also in getrennten Bereichen. Eine Folie kann den einen sperren und den anderen durchlassen.

Achtung: „99 % UV-Schutz“ ist kein Hitzewert. Ob eine Folie Wärme zurückhält, steht in den Zeilen Reduzierte Strahlung, Hitzereduktion oder Infrarot Reduktion – und genau diese Zeilen fehlen bei den Adhäsionsfolien.
Büroraum mit großer Fensterfront und Schreibtisch, durch die Scheiben fällt gedämpftes Tageslicht auf die Arbeitsfläche

Sonnenschutzfolien von hell bis dunkel im Vergleich

Wenn Kleben möglich ist, entscheidet nur noch eine Frage: Wie viel Tageslicht darf verloren gehen? Die Tabelle zeigt fünf Folien, sortiert von der hellsten zur dunkelsten. In Klammern steht jeweils die Außenvariante Premium; zu Silber 70 und Silber 80 gibt es außen zusätzlich eine günstigere Economy-Ausführung mit eigenen Werten. Maßgeblich ist immer die Ausführung, die Sie im Konfigurator wählen.

Sonnenschutzfolien nach Lichtdurchlässigkeit, hell nach dunkel
Folie Wie viel Tageslicht durchkommt
innen (außen Premium)
Wert im Datenblatt
innen (außen Premium)
Passt, wenn …
Hitzeschutzfolien transparent 80 70,6 % (77 %) Infrarot Reduktion 82 % (76 %) der Raum hell bleiben soll und die Folie kaum auffallen darf
Sonnenschutzfolien Silber 60 hell 47 % (47 %) Reduzierte Strahlung 56 % (55 %) Licht wichtiger ist als der letzte Grad
Sonnenschutzfolie NSN 45 41 % (nur innen) Hitzereduktion 66 % innen auf einfachem Doppelglas geklebt werden soll
Sonnenschutzfolien Silber 70 mittel 32 % (32 %) Reduzierte Strahlung 69 % (69 %) ein Mittelweg gesucht ist
Sonnenschutzfolien Silber 80 dunkel 17 % (16 %) Reduzierte Strahlung 80 % (85 %) die Hitze im Vordergrund steht und der Raum dunkler werden darf

Quer vergleichen lässt sich die dritte Spalte nicht: Reduzierte Strahlung, Hitzereduktion und Infrarot Reduktion sind drei verschieden gemessene Größen. Vergleichbar ist die Lichtspalte. Zur Raumtemperatur nennen die Produktbeschreibungen Richtwerte: bis zu 8 °C bei der Silber 60 hell, bis zu 10 °C bei der Silber 70 mittel und bis zu 12 °C bei der Silber 80 dunkel.

Innen oder außen entscheidet die Verglasung

Die Montageseite ist keine Geschmacksfrage. Bei Einfachglas ist beides möglich; bei Fenstern, die nach 1995 eingebaut wurden, also Doppel-, Dreifach- und Isolierverglasung sowie Dach- und Schrägfenstern, gehört die Folie nach außen. Die benannte Ausnahme ist die NSN 45: Sie ist innen auch für einfaches Doppelglas ohne Wärmeschutzfunktion und ohne Gasfüllung freigegeben. Für Dach- und Schrägverglasung sind unter anderem die Sonnenschutzfolien Silber 80 dunkel und die selbstreinigenden Kynar-Folien als Außenfolie freigegeben; ein Folienrollo ist dafür nicht ausgelegt.

Das hat Folgen für die Garantie. Innenfolien tragen 10 Jahre, Außenfolien je nach Ausführung und Neigung zwei bis sieben Jahre – die selbstreinigende Kynar-Folie als einzige Außenfolie ebenfalls zehn – und ihre Kanten werden rundum mit transparentem Silikon versiegelt, weil die angegebenen Haltbarkeiten darauf beruhen. Verbindlich steht die Garantie beim jeweiligen Artikel.

Ohne Kleben am Glas: das Folienrollo von innen

Bleibt der Fall, in dem am Glas nichts haften darf – etwa weil der Vermieter es ausschließt oder die Scheibe später wieder blank sein muss. Dafür gibt es die Sonnenschutzrollos: Folienrollos in einer schmalen 40 × 40 mm großen Kassette, die Seitenprofile wahlweise in Weiß oder Alu-eloxiert, die innen vor der Scheibe hängen und über doppelseitiges Klebeband und Sicherheitsschrauben entweder zwischen der Glasleiste oder auf Glasleiste und Fensterrahmen montiert werden. Am Glas selbst klebt nichts.

  • 🔆 Folienrollo mittel – lässt 8,13 % des Tageslichts durch; von der Sonnenenergie kommen noch 10 % an
  • 🌑 Dunkles Folienrollo – lässt 2,42 % des Tageslichts durch; von der Sonnenenergie kommen noch 3 % an

Drei Dinge gehören zur ehrlichen Auskunft. Die Rollos sind Maßanfertigung – es gibt dazu keine Muster, und sie sind vom Umtausch und Rückgaberecht ausgeschlossen. Sie haben eine Breitengrenze: beide Rollos lassen sich bis 150 cm Breite und 350 cm Höhe konfigurieren – breitere Fensterfronten brauchen mehrere Rollos nebeneinander. Und sie hängen raumseitig vor der Scheibe: Das Glas selbst bleibt unberührt, dafür steht die Technik im Raum.

Vollständig heruntergelassenes silbergraues Folienrollo mit schmaler weißer Kassette innen vor einem Fenster in einem Arbeitszimmer

Mietwohnung: was davon geht ohne Zustimmung?

Die Suche nach „ohne Kleber“ kommt oft aus der Mietwohnung. Eine pauschale Rechtsauskunft gibt es dazu nicht – schauen Sie in den Mietvertrag und klären Sie die Zustimmung des Vermieters, bevor Sie etwas anbringen. Was sich sagen lässt, ist das Technische:

  • 🪟 Eine Adhäsionsfolie lässt sich abziehen, mit Wasser reinigen, aufrollen und in der nächsten Wohnung erneut anbringen. Sie löst aber kein Hitzeproblem – dafür führt der Weg zur Sonnenschutzfolie.
  • ☀️ Gegen Hitze hilft die Sonnenschutzfolie. Sie ist eine Klebefolie; beim Entfernen sind je nach Produkt, Alter und Untergrund Klebereste möglich; entfernt werden sie nach Herstellerhinweis und nur mit Mitteln, die für die vorhandene Verglasung geeignet sind.
  • 📐 Ein Folienrollo lässt das Glas unberührt, verlangt aber Bohrungen oder Klebepunkte am Rahmen und ist Maßanfertigung.

In 19 Jahren hat sich für diese Entscheidung ein Zwischenschritt bewährt: Bestellen Sie zwei kostenlose Folienmuster in etwa DIN-A5-Größe und halten Sie sie an die Scheibe. Sie sehen dann an der eigenen Fensterfront, wie viel Licht bleibt – eine Zahl im Datenblatt ersetzt diesen Eindruck nicht.

Häufige Fragen zu Sonnenschutzfolie ohne Kleber

Gibt es Sonnenschutzfolie ohne Kleber?

Nein. Alle Sonnenschutzfolien im Sortiment sind Klebefolien. Die klebefreien Adhäsionsfolien sind Sichtschutzfolien und führen in ihren Datenblättern keinen Wert zur Wärmewirkung. Wenn am Glas nicht geklebt werden darf, bleibt das Folienrollo, das innen vor der Scheibe hängt.

Halten Adhäsionsfolien die Hitze aus dem Raum?

Nicht in nennenswertem Umfang. Sie bieten Sichtschutz und UV-Schutz bis zu 99 %, tragen aber keine metallische Beschichtung, die Wärmestrahlung zurückwirft oder aufnimmt. Für Hitze ist die Sonnenschutzfolie zuständig.

Was bedeutet reduzierte Strahlung im Datenblatt?

Sie gibt an, welcher Anteil der gesamten Sonnenenergie am Glas zurückgehalten wird. Die Sonnenschutzfolien Silber 80 dunkel erreichen innen 80 %, die Silber 70 mittel 69 %, die Silber 60 hell 56 %. Andere Folienfamilien nennen stattdessen Hitzereduktion oder Infrarot Reduktion – das sind eigene Messgrößen und keine Umrechnung voneinander.

Welche Folie bleibt am hellsten?

Von den hier verglichenen Folien die Hitzeschutzfolien transparent 80: Sie lässt innen 70,6 % des Tageslichts durch und erreicht dabei eine Infrarot Reduktion von 82 %. An der Scheibe fällt sie kaum auf und eignet sich für Räume, die hell bleiben sollen.

Darf ich als Mieter Sonnenschutzfolie kleben?

Das hängt vom Mietvertrag ab und ist keine Frage, die sich pauschal beantworten lässt. Prüfen Sie den Mietvertrag und holen Sie die Zustimmung des Vermieters ein, bevor Sie eine Klebefolie anbringen.

Lässt sich eine Sonnenschutzfolie wieder ablösen?

Abziehen lassen sie sich. Wie viel am Glas zurückbleibt, hängt von Folie, Standzeit und Untergrund ab; für die Reinigung gilt der Herstellerhinweis und nur das, was die vorhandene Verglasung verträgt. Ohne Klebstoff haftet allein die Adhäsionsfolie – bei ihr bleibt am Glas nichts zurück.

Nachgefragt: Sonnenschutz ohne Kleber

Wonach fragen Kunden, die „ohne Kleber“ suchen?

Fast immer nach zwei Dingen gleichzeitig: Es soll kühler werden, und es soll später spurlos verschwinden. Beides zusammen gibt das Sortiment nicht her, und das sage ich lieber im ersten Telefonat als nach der Reklamation.

Enttäuschung über den fehlenden Hitzewert – was sagen Sie?

Ich zeige das Datenblatt. Bei einer Adhäsionsfolie steht dort Sichtschutz und UV-Schutz, bei einer Sonnenschutzfolie zusätzlich eine Zeile zur Strahlung. Diese Zeile ist der ganze Unterschied, und sie hängt an der Metallbeschichtung, die eine kleberfreie Folie nicht hat.

Für Mietwohnungen – welchen Weg empfehlen Sie konkret?

Zuerst in den Mietvertrag schauen. Ist Kleben erlaubt, nehmen Sie die hellste Folie, die Ihr Hitzeproblem noch löst – das ist meist eine der mittleren. Wenn nicht, führt der Weg zum Rollo, und dann sollte man wissen, dass es Maßanfertigung ist.

Und wenn außen gar nicht erreichbar ist?

Dann wird es eng, denn bei moderner Verglasung gehört die Folie nach außen. Genau eine Innenfolie ist auf einfachem Doppelglas freigegeben – sie steht oben in der Tabelle. Für Dreifachglas im dritten Stock ohne Balkon bleibt realistisch das Folienrollo, und dafür brauchen wir die genauen Maße.

Woran scheitert die Auswahl in der Praxis am häufigsten?

An der Lichtspalte. Viele wählen nach der höchsten Prozentzahl bei der Strahlung und stehen dann in einem Raum, in dem sie tagsüber Licht anmachen. Deshalb gehören zwei Muster ans Fenster, bevor bestellt wird.

Interview-Fazit: erst das Datenblatt, dann die Scheibe

Klebefrei und kühl schließen sich im Fenstersortiment aus – wer beides will, muss sich entscheiden, welche der beiden Anforderungen die wichtigere ist.

Quellen – UV-Strahlung und Wärmestrahlung

Die folgenden beiden Quellen belegen die Abgrenzung zwischen UV-Strahlung und Wärmestrahlung in diesem Beitrag. Alle Produktangaben stammen aus den technischen Daten der jeweiligen Artikel im Shop.

1. BfS zur Infrarotstrahlung

Status: Bundesamt für Strahlenschutz, Fachinformation

Publikation: Was ist Infrarotstrahlung?

Belegte Aussage: „Infrarotstrahlung (IR-Strahlung) – auch als Wärmestrahlung bezeichnet – ist Teil der optischen Strahlung … Ihr Wellenlängenbereich reicht von 780 Nanometer bis 1 Millimeter.“

Link: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/ir/einfuehrung/einfuehrung.html

2. BfS zur UV-Strahlung

Status: Bundesamt für Strahlenschutz, Fachinformation

Publikation: Was ist UV-Strahlung?

Belegte Aussage: „Die ultraviolette (UV-)Strahlung, die den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer (nm) bis 400 nm umfasst, ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung.“ Damit liegt UV außerhalb des Bereichs, in dem Wärme transportiert wird.

Link: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/einfuehrung/einfuehrung.html